Brennpunkt Schwarzwild

In der aktuellen ÖKOJAGD 1/2015 (oder online hier) gibt es den Beitrag „Brennpunkt Schwarzwild“. Darin wird einmal klar aufgezeigt, welche Probleme die aktuelle Schwarzwildschwemme produziert:

„Aufgrund der hohen Wildschweinpopulationen werden massiv Allgemeinwohl- und Eigentumsinteressen berührt.“ 

Und dann wird aufgezählt:

  • Wildschäden in Wald und Feld,
  • Tierseuchenrisiko durch
    • Afrikanische Schweinepest (ASP),
    • Klassische Schweinepest (KSP) oder
    • Aujeszkysche Krankheit (AK),
  • schwere Verkehrsunfälle,
  • Beeinträchtigung von Naturschutzzielen
  • das zunehmende Vorkommen von Wildschweinen in städtischen Bereichen

Das sind nicht gerade kleine Probleme. Und es gibt sie schon länger. Und nicht nur in Bayern, wo das Schwarzwild-in-Griff-kriegen Projekt „Brennpunkt Schwarzwild“ vom Bauernverband initiiert wurde.

Und wir, die Jäger sind zuständig, das Problem zu lösen. Oder nicht?

Wenn wir da nicht Verantwortung übernehmen, dann geht eher früher als später die Legitimation der Jagd flöten. Sie dazu auch:  Jäger schaufeln fleißig eigenes Grab

Manche begreifen es nicht!

Neulich, staunend hier im stadtnahen Wald

Wenn man dieses Stillleben betrachtet, dann fragt man sich, was der Jäger hier vorhat.

Auf einer Sägespäne-Getreide-Maismischung liegt bunt durcheinander alles mögliche an Rüben, Kohl, Salat. Unter den Baumscheiben und im Topf rechts dann noch mal ordentlich Mais und Getreide. Kirren ist das nicht! Siehe Kirrverordnung Rheinland-Pfalz.

Mit der Sauenschwemme hier in Rheinland-Pfalz (Dunklerote Flächen hier), hat sowas natürlich nix zu tun. Die milden Winter und die Buchenmast, die maislastige Landwirtschaft und die Frischlingsbachen – alles, alles trägt zum Problem bei. Nur die altzopfigen Jagdmethoden nicht.

Übrigens kam auch wieder bei dem „Brennpunkt-Schwarzwild“ heraus:
Kirrungen heizen oft nur die Reproduktion an und taugen selten zur Reduktion. 
In einer Kirr-Analyse (Seite 64 im Bericht) kam heraus, dass pro erlegte Sau 2 Zentner Mais investiert werden (ca. 3 kg pro kg Wildbret) – das ist mehr als in der Hausschweinemast!

Wildschweinplage – nicht nur in Bayern

Beitrag aus der Sendung „Quer“ des Bayerischen Fernsehens zur Fütterung/Kirrung von Schwarzwild mit Wolfgang Kornder.
Schweinerei – Schwarzwildplage durch Fütterung 07.11.2013, 22:08 Uhr Bayerisches Fernsehen

Und hier noch, was wir vom ÖJV-Rheinland-Pfalz zum Kirren sagen.

Bauern unterstützen „Kämpf mit“ – sehr befremdlich

Schulterschluß ohne nachzudenken? Es ist schon sehr befremdlich, wie sich der Kreisbauern-und Winzerverband Ahrweiler von der Kreisjägerschaft Ahrweiler durch Unterschrift ihrer Petition für deren Interessen instrumentalisieren lässt.
Sicherlich lässt kein Landwirt sein Vieh auf der Weide oder im Stall verhungern. Sicher ist aber auch, dass kein Landwirt soviel Vieh hält, dass eine Überweidung stattfindet und im Stall eine artgerechte Haltung nicht mehr möglich ist.
Die Folge von „zu viel“ in der Natur, ist die Übernutzung der Lebensräume. Offensichtlich ist dies im Kreis Ahrweiler im eklatanten Ausmaß der Fall. Aufgrund der Klimaveränderung, des naturnahen Waldbaus und der intensiven Landwirtschaft haben sich die Lebensbedingungen für Reh, Hirsch und Sau nicht verschlechtert, sondern nur verbessert.
Tierschutz bedeutet auch, dass der Jäger vor allem die verantwortungsvolle Aufgabe hat, den Wildbestand den natürlichen Lebensgrundlagen anzupassen. Der Versuch, durch Fütterung die Wildbestände überdem von der Natur tragbaren Niveau zu halten, wurde von KONRAD LORENZ einst als die „Verhausschweinung des Wildes“ bezeichnet. Die Jäger müssen somit in erster Linie dieser Verantwortung im Sinne eines „ respektvollen Umgangs“ mit der Natur und dem Wild nachkommen.
Der ÖJV Rheinland-Pfalz setzt sich seit Jahren für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wald, Wild und Natur ein. Dies verlangt sachliches und komplexes Denken und Handeln. Das ist mehr, als mit dem Futtereimer in den Wald zu gehen.

Ökologischer Jagdverband RLP fordert sachlichen Umgang mit dem Thema „Schwarzwildkirrung“

In einer Pressemeldung des Tierschutzbeirats des Landes Rheinland-Pfalz wird ein Kirrverbot von Schwarzwild gefordert. Der Landesjagdverband kritisiert dies in seiner Pressemitteilung aufs Schärfste (http://www.ljv-rlp.de/PI_Kirrjagd.pdf ).

Hintergrund der Forderungen des Tierschutzbeirates sind die nach wie vor extrem hohen Schwarzwildbestände in Rheinland-Pfalz. Diese richten auf den landwirtschaftlichen Flächen und in den Weinbergen von Rheinland-Pfalz extreme Schäden an. Durch die Kirrung des Schwarzwildes wird der Nahrungsengpass im Winter unterbunden und somit die Population gestärkt. Des Weiteren werden anhand von Fotos auf der Internetseite des Tierschutzbeirates (www.tierschutzbeirat.de ) in der Rubrik Pressetexte, Verstöße gegen die Kirrverordnung gezeigt.

Der Ökologische Jagdverband in Rheinland-Pfalz unterstützt den Tierschutzbeirat in seiner Forderung, sofern sich an der heutigen Jagdpraxis nichts ändert und Revieregoismen eine revierübergreifende Bejagung des Schwarzwildes verhindern. „Ein Kirren von Schwarzwild kann nur dann geduldet werden, wenn auch Schwarzwild dadurch im erforderlichen Umfang erlegt wird“, so Thomas Boschen Landesvorsitzende des ÖJV in Rheinland-Pfalz. Verstöße gegen die Kirrverordnung sind nicht hinnehmbar. Die Jagdrechtsinhaber sind aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Kirrerlaubnis vom Jagderfolg abhängig zu machen. Zur Pressemitteilung des ÖJV hier:

Rot-, Reh- und Schwarzwild brauchen keine Fütterung

Pressemitteilung

In diesem Jahr haben wir mal wieder richtig Winter, Schnee bedeckt den Boden und verdeckt die Nahrung des Wildes. Doch wer sich mit den Lebensgewohnheiten des Wildes ausführlich auseinandersetzt, wird feststellen, dass es im Winter keine Not leidet.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommt das Wild nicht nur ein dichtes Winterhaar, sondern stellt auch seine Fressgewohnheiten um. Wildbiologen von der Veterinärmedezinischen Universität Wien haben herausgefunden, dass im Frühjahr und Sommer vom Wild überwiegend eiweißreiche Nahrung aufgenommen wird, dagegen ist im Winter bis in den März hinein Rohfaser Hauptbestandteil der Nahrung. Der Aufschluss der Nahrung wird hauptsächlich von Bakterien übernommen, sodass der Energieaufwand zur Verdauung für das Wild äußerst gering ist.

In weiteren Versuchen konnte man feststellen, dass das Wild in der Lage ist, seine Körpertemperatur zu steuern. Wie bei Tieren, die Winterschlaf halten, werden sämtliche Körperfunktionen auf ein Minimum zurück geschraubt. Es bewegt sich kaum und benötigt nur geringe Energiemengen zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen. Das Wild verschläft die extremen Tage im Winter und zehrt von seiner Speckschicht, die es sich in den Vormonaten angefressen hat.

Falsch verstandene Tierliebe schadet unseren Wildtieren. Durch Fütterungen wird das Wild künstlich in Bewegung gehalten. Ein Teufelskreis beginnt – höherer Energiebedarf zur Aufbereitung der Nahrung erfordert mehr Bewegung zur Nahrungsaufnahme, die wiederum durch vermehrte Nahrungsaufnahme gedeckt werden muss. Erhebliche Wildschäden im Umkreis der Fütterungen sind die Folge.

Oft sind Fütterungen Keimzellen für Krankheiten, da sich hier das Wild sammelt und gegenseitig ansteckt. Rehwild wird von den Wildbiologen als Konzentratselektierer bezeichnet, das bedeutet, dass es nicht wie eine Kuh auf der Wiese weidet, sondern sehr selektiv Gräser, Knospen und Blätter aufnimmt. Fütterungen können diese Nahrung nicht ersetzen, sind unnatürlich und in einem intakten Lebensraum schädlich.

Leider sind in den letzten Jahren durch falsch verstandene Hege, die Schalenwildbestände vielerorts dermaßen angestiegen, dass sich der Wald nicht natürlich verjüngen kann. Nur hinter Zäunen wächst die natürliche Waldgesellschaft. Es kommt zu vermehrtem Stress, da sich das Wild förmlich auf den Füßen steht. Die Nahrungsgrundlagen werden übernutzt.

Die Reduzierung der Wildbestände auf ein waldverträgliches und biotopbezogenes Maß, muss daher die Hauptaufgabe der Jägerschaft sein. Im Mittelpunkt der Betrachtung muss der Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Funktionen stehen.

Gegenüber dem Schalenwild können Raubtiere wie Füchse und Marder sowie Greifvögel und Eulen wirklich in Not geraten, da ihre Nahrungsgrundlagen unter dem Schnee verborgen liegen. Ein Teil der Population wird den strengen Winter nicht überleben. Harte Winter sind aber ein natürliches Regulativ im Naturhaushalt, da vor allem kranke und kümmernde Tiere zuerst sterben. Auf natürliche Weise wird so eine Überpopulation von Tieren vermieden. Eine dem Lebensraum angepasste, gesunde Population ist Garant dafür, dass Tierseuchen wie z.B. Tollwut, Fuchsräude und Schweinepest nicht auftreten. Tollwut und Fuchsräude haben für die Tiere ein sehr qualvolles Ende zur Folge und sind für Menschen und Haustiere gefährlich. Der Ausbruch der Schweinepest hat enorme wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft und die Schutzimpfung kostet Millionen.

Fütterungen sind daher außerordentlich problematisch zu sehen. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber sie in Rheinland-Pfalz verboten. Waldbesucher sollten in den Wintertagen dem Wild die notwendige Ruhe gönnen und nicht die Wege verlassen. Hunde gehören an die Leine, um das Wild nicht unnötig zu stören. Eine Fütterung ist nicht notwendig und hat mit Tierschutz nichts zu tun.

Schwarzwildproblem und kein Ende

In ganz Deutschland explodieren die Schwarzwildbestände; Städte, Ortschaften, Friedhöfe, Parkanlagen und Fußballplätze werden vom Schwarzwild umgedreht. Die Grundbestände des Schwarzwildes steigen und es ist kein Ende in Sicht. Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken, wie es mit der Schwarzwildbejagung weitergehen soll.

Trotz 12- Punkteprogramm zur Bekämpfung der klassischen Schweinepest und zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände in Rheinland-Pfalz haben die Bestände zu einem Schadniveau geführt, sodass Reviere mit hohem Feldanteil teilweise nicht mehr verpachtbar sind. Das Wildschadensrisiko ist nicht mehr kalkulierbar/finanzierbar.

Das Einzäunen von Maisflächen und Zuklappen von offenen Wiesen will auf Dauer keiner machen und ist mancherorts nicht mehr leistbar. Statt ein Revier zu pachten oder als Jagdgehilfe zu fungieren, lässt so mancher lieber die Finger vom eigenen Revier und tingelt zur Drückjagdzeit von einer Bewegungsjagd zur anderen. Ach wie lustig ist die Jägerei, wenn man nicht selbst die Verantwortung trägt.

Steht die Jagd vor einem riesigen Dilemma?

Es stellt sich die Frage, ob die Jägerschaft in der Lage ist, die Probleme zu bewältigen. Wird das 12-Punkte-Programm wirklich gelebt oder gibt es immer noch Reviere, die nicht mitmachen und den Ernst der Lage nicht erkannt haben? Sind die Drückjagden wirklich professionell und revierübergreifend geplant?

Man muss daran zweifeln, sieht man die Entwicklung. Viele glauben immer noch, dass Kirrungen das einzige probate Mittel zur Reduzierung der Schwarzwildbestände sind. Anhand einer Auswertung des Landkreises Altenkirchen für das Jagdjahr 2006/07 wird deutlich, welche Kirrungsmengen trotz Landesverordnung immer noch in die Wälder gebracht werden dürfen (Auswertung).

Im Landkreis Altenkirchen sind 319 Kirrungen genehmigt, theoretisch kann dort eine Kirrmenge von 116.435 kg pro Jahr ausgebracht werden. Geschossen wurden im Jagdjahr 2006/07 438 Stck Schwarzwild. Damit entfallen im Durchschnitt 266 kg Mais auf jedes erlegte Stück Schwarzwild. Interessant, dass die meisten Sauen in dem Hegegring geschossen wurden, der die wenigsten Kirrplätze hat, aber jedes Jahr professionelle Drückjagden auf der gesamten Fläche organisiert. Im Gegensatz dazu hat der Hegering mit den meisten Kirrungen die größte Futtermenge pro erlegter Sau und den geringsten Abschuss pro 100 ha Jagdfläche.

Wir sollten also nicht immer auf die erhöhte Maisanbaufläche, den vielen Mastjahren und dem wenigen Schnee ablenken, sondern den Finger in die wirkliche Wunde legen und dort ansetzen, wo wir etwas bewirken können.

Die Schwarzwildproblematik werden wir nur gemeinsam und revierübergreifend in den Griff bekommen.

Dies muss das angestrebte Ziel sein. Es darf in dieser Drückjagdsaison keine Gewichtsbegrenzungen geben. Bachen, wenn nicht führend, müssen konsequent mitbejagt werden.

Das Kirren macht nur Sinn, wenn Schwarzwild auch erlegt wird und darf nicht dazu dienen, das Wild im eigenen Revier zu binden. Wir müssen die Courage besitzen, Reviere die nicht mitmachen, in die Pflicht zu nehmen. Der Gesetzgeber muss Mißstände ahnden. Sollten wir das Schwarzwildproblem nicht lösen, werden es andere tun. Eine erneute Schweinepest in Rheinland-Pfalz kann sich keiner leisten.

Entwurf der Kirrverordnung Rheinland-Pfalz

Landesverordnung über die Fütterung und Kirrung von Schalenwild in Rheinland-Pfalz

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat mit dem dritten Gesetz zur Änderung des Landesjagdgesetzes das Umweltministerium ermächtigt, durch Rechtsverordnung Näheres über das Verbot der Fütterung und Kirrung von Schalenwild sowie Ausnahmen zu regeln. Die Regelungen zum Verbot der Fütterung und Kirrung von Schalenwild, die bis dahin im Landesjagdgesetz selbst festgelegt waren, werden entfallen.

Hintergrund dieser Entscheidung sind vor allem auswuchernde Schwarzwildbestände, die auf den Wiesen, Feldern und in den Weinbergen erhebliche Schäden anrichten. Außerdem herrscht in vielen Jagdrevieren eine Kirrpraxis vor, die eine Beschränkung notwendig macht. Die Schweinepest in Rheinland-Pfalz wurde nur aufgrund der oralen Immunisierung des
Schwarzwildes eingedämmt. Verstöße gegen die geltende Rechtsverordnung konnten nur schwer bzw. gar nicht verfolgt werden, da Begriffe wie „ Kirren in geringen Mengen“ zu unbestimmt waren und die Verursacher nicht überführt werden konnten. Außerdem wurde die Ausnahmeregelung der Fütterung außerhalb der Jagdzeiten (16. Januar bis 30. April) als Generalvollmacht zum Füttern von Schalenwild verstanden. Weiterlesen:

Pressemitteilung 2002: Rehe brauchen keine Fütterung

Rehwild braucht keine Fütterung

In diesem Jahr haben wir mal wieder richtig Winter, Schnee bedeckt den Boden und verdeckt scheinbar die Nahrung des Rehwildes. Doch wer sich mit den Lebensgewohnheiten des Rehwildes ausführlich auseinandersetzt, wird feststellen, dass es im Winter keine Not leidet.
Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommt das Rehwild nicht nur ein dichtes Winterhaar, sondern stellt auch seine Eßgewohnheiten um. Im Winter braucht das Rehwild wenig Nahrung, da sich der Pansen verkleinert und große Nahrungsmengen nicht verarbeiten, geschweige denn verwerten kann. Bei klirrendem Frost und hohen Schneelagen sucht das Wild ruhige Plätze, die es nicht verläßt. Es bewegt sich kaum und benötigt nur geringe Energiemengen zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen. Zudem hat sich das Wild eine Speckschicht angefressen, von der es nun zerrt.
Falsch verstandene Tierliebe wirkt oft kontraproduktiv. Durch Fütterungen wird das Wild künstlich in Bewegung gehalten und falsches Futter führt oft zu Durchfall. Sie sind Keimzellen für Krankheiten, da sich hier das Wild massiert und sich schnell gegenseitig ansteckt. Rehwild wird von den Wildbiologen als Konzentratselektierer bezeichnet, was so viel bedeutet, das es nicht wie die Kuh auf der Wiese weidet, sondern sehr selektiv Gräser, Knospen und Blätter aufnimmt.
Fütterungen sind unnatürlich und in einem intakten Lebensraum nicht notwendig. Leider sind in den letzten Jahren durch falsch verstandene Hege, die Rehwildbestände dermaßen angestiegen, dass sich der Wald nicht natürlich verjüngen konnte. Nur hinter Zäunen wächst die natürliche Waldgesellschaft. Eine Verarmung des Lebensraumes führt nicht nur zu wirtschaftlichen Einbußen im Wald, sondern trifft die Wildart selbst. Es kommt zu vermehrtem Streß, da das Rehwild territorial lebt und sich förmlich auf den Füßen steht. Die Nahrungsgrundlagen werden übernutzt.Der Ökologische Jagdverband und die rheinland-pfälzischen Forstleute sind sicherlich keine Rehwildhasser, wenn sie eine Reduzierung der Wildbestände auf ein waldverträgliches Maß fordern. Eine Inventur der bundesdeutschen Wälder hat schließlich ergeben, dass 70% der gesamten nachkommenden Waldgeneration (Verjüngungsfläche) gezäunt ist. Im Mittelpunkt der Betrachtung darf nicht eine Wildart stehen, sondern der Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Funktionen. Fütterungen sind im Naturhaushalt außerordentlich problematisch und zeugen von falsch verstandener Tierliebe. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber sie daher verboten.

Anhörung im Landtag

Am 30. Juni 2005 fand eine Anhörung des Umweltausschusses des Landtages von Rheinland-Pfalz in Mainz zur geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes zur Regelung der Fütterung statt. In einem zehnminütigen Vortrag konnten die verschiedenen Interessensvertreter ihre Stellungnahme vortragen. Anschließend hatten die Abgeordneten die Möglichkeit noch mal gezielt nachzufragen.
Während der ÖJV für die Änderung plädierte, stimmten Landesjagdverband, Weiberreviere und der Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd dagegen.
Bei der Diskussion stellte sich klar heraus, dass eine deutliche Mehrheit für strenge Regelungen ist. Freiwillige Vereinbarungen mit der Jägerschaft haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nach der Anhörung stimmte der Ausschuss gegen die Stimmen der CDU-Fraktion für den Gesetzentwurf der Landesregierung.
Lesen Sie den Kommentar und die weiteren Ausführungen: