Was für ein Rehbock!?

„Sie sehen zum Aufgang der Jagd (damals 16. Mai) einen roten Bock, der noch nicht gefegt hat. Wie alt ist der?“ So lautete die Frage in meiner Jägerprüfung. Da denkt man doch sofort an das Merksprüchlein „Jung färbt zuerst, alt fegt zuerst“, nicht wahr?

Und ziemlich sicher habe ich damals, wie alle die das Sprüchlein gelernt hatten, vorsichtig hingeschrieben: „Ein junger Bock!“ Heute würde ich vielleicht schreiben „ein Jährling“. Und auch das kann man wohl nicht mehr so bestimmt sagen, wie ich das früher unbedingt gemacht hätte.

„Mittlerweile weiß man,“, sagt der Jagdkollege, „dass die Ausnahmen viel zu groß sind an der Zahl, als dass diese Merkmale, wie Fegezeit, Muffelfleck, Stirnlocke usw., irgendwas übers Alter beim Rehbock aussagen.“

Naja, man lernt nicht aus. Ab und zu muss man altes, liebgewonnenes aber überholtes Know-how abwerfen – so wie der Bock sein Gehörn jedes Jahr.

Das da oben übrigens, ist eine hochträchtige Ricke, die mir gestern Abend vor die Leiter kam. Obwohl nur ein Handy-Foto, ist sie schön zu sehen, die „Tonne“ in der Körpermitte. Und, das sieht man auch wenn man genau hinguckt, der Hals ist schon rehbraun gefärbt, der Rumpf noch wintergrau. Allein schon deshalb: Ganz sicher – kein Schmalreh 😉