Ökologischer Jagdverband RLP fordert sachlichen Umgang mit dem Thema „Schwarzwildkirrung“

In einer Pressemeldung des Tierschutzbeirats des Landes Rheinland-Pfalz wird ein Kirrverbot von Schwarzwild gefordert. Der Landesjagdverband kritisiert dies in seiner Pressemitteilung aufs Schärfste (http://www.ljv-rlp.de/PI_Kirrjagd.pdf ).

Hintergrund der Forderungen des Tierschutzbeirates sind die nach wie vor extrem hohen Schwarzwildbestände in Rheinland-Pfalz. Diese richten auf den landwirtschaftlichen Flächen und in den Weinbergen von Rheinland-Pfalz extreme Schäden an. Durch die Kirrung des Schwarzwildes wird der Nahrungsengpass im Winter unterbunden und somit die Population gestärkt. Des Weiteren werden anhand von Fotos auf der Internetseite des Tierschutzbeirates (www.tierschutzbeirat.de ) in der Rubrik Pressetexte, Verstöße gegen die Kirrverordnung gezeigt.

Der Ökologische Jagdverband in Rheinland-Pfalz unterstützt den Tierschutzbeirat in seiner Forderung, sofern sich an der heutigen Jagdpraxis nichts ändert und Revieregoismen eine revierübergreifende Bejagung des Schwarzwildes verhindern. „Ein Kirren von Schwarzwild kann nur dann geduldet werden, wenn auch Schwarzwild dadurch im erforderlichen Umfang erlegt wird“, so Thomas Boschen Landesvorsitzende des ÖJV in Rheinland-Pfalz. Verstöße gegen die Kirrverordnung sind nicht hinnehmbar. Die Jagdrechtsinhaber sind aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Kirrerlaubnis vom Jagderfolg abhängig zu machen. Zur Pressemitteilung des ÖJV hier:

Ein Gedanke zu „Ökologischer Jagdverband RLP fordert sachlichen Umgang mit dem Thema „Schwarzwildkirrung““

  1. ASP, Schwarzwildplage, Bachentisch
    Schwarzwild Einteilung
    Im ersten Lebensjahr, das bis zum 31. März geht, heißt der Nachwuchs Frischling.Im zweiten Lebensjahr, in dem weiblichen Tiere normaler Weise keinen Nachwuchs bekommen, nennt der Jäger sie Überläufer.Die Muttertiere heißen führende Bachen, wenn sie gestreifte Frischlinge haben. Wird durch Füttern von Mais u.ä. das Gewicht eines weiblichen Frischlings auf über 25 kg erhöht, dann kann er schon beschlagen und zur Frischlingsbache werden, die selbst Frischlinge führt. Sauenpuff nennt der Jäger ein Jagdrevier, in dem durch viel Futter viele Wildschweine für bezahlte Drückjagdstände heran gezüchtet werden.
    Entstehen von Frischlingsbachen
    Vor 50 Jahren wurde noch nicht mit Mais gekirrt um dort die Sauen zu schießen – es gab noch keine Frischlingsbachen. Heute, im Jahre 2020, beteiligen sich 85 % der weiblichen Frischlinge an der Reproduktion und bringen 53 % aller Frischlinge zur Welt. Ein Grund ist, dass die Frischlinge an den Kirrungen Mais fressen können und sie dadurch die Wildschweinplage maßgeblich bewirken. Dr. Meynhardt hat um 1970 den wissenschaftlichen Beweis geliefert, dass durch regelmäßige Maisgabe an Frischlinge an der Kirrung Frischlingsbachen erzeugt werden.
    Die Jagd bei Frischlingsbachen
    Gäbe es keine Frischlingsbachen wie vor 50 Jahren, dann hätten wir nicht die hohen Schwarzwildbestände. Weil die Frischlingsbachen zu jeder Jahreszeit frischen und gestreifte Frischlinge führen können, wird der Jagd erheblich erschwert. Der Jäger erkennt bei einer großen Rotte mit gestreiften Frischlingen schwer welches Stück führt und wird nicht schießen. Das geschieht an der Kirrung und erst recht bei Drückjagden.
    Der Bachentisch nach Dammler
    Die Schwarzwildplage kann gemildert, ja behoben werden, wenn die Frischlinge keinen Mais mehr an der Kirrung fressen können. Der Bachentisch ist ca. 50 cm hoch. Die kleinen Frischlinge kommen nicht an den Mais. Sie werden nicht unnatürlich schnell wachsen. Im Wald finden sie keine Baumfrüchte mehr im Frühjahr, weil die verkeimt sind und im Feld ist die Frucht noch nicht reif. Sie wiegen im ersten Lebensjahr keine 25 kg und werden nicht zu Frischlingsbachen.
    Der Bachentisch nach Dammler ist ca. 50 cm hoch. Frischlinge können den Mais nicht aus der Krippe fressen. Sie werden normal wachsen und selbst keine Frischlinge werfen. Der Deckel hat Leisten. Er kann von anderem Schalenwild nicht runter geschoben werden.
    Der Bachentisch erleichtert die Jagd an der Kirrung
    Wenn eine Sau vom Bachentisch frisst, dann steht sie breit zur Kanzel. Der Jäger kann so gut den Keiler von der führenden Bache unterscheiden und sicher eine Kugel antragen. Der Mais wird nicht mehr in der Erde vergraben, wo er von Ratten und Mäusen gefressen wird oder verdirbt. Die ausgebrachte Maismenge kann gering sein und gut kontrolliert werden. Anders als bisher, wenn viel Mais in der Erde vergraben wird, das führt zum Sauenpuff. Der wird mit Einsatzes des Bachentisches automatisch geschlossen. Die Reviere mit überhöhten Schwarzwildbestand werden bei Ausbruch der ASP die höchsten Kosten haben und die Seuche am schlechtesten wieder los werden.
    Jagdgesetze
    Alle bisherigen Gesetze, Verordnungen und Empfehlungen haben die Schwarzwildplage nicht verhindern können. Ja, in den letzten 15 Jahren sind die Bestände stetig angewachsen.
    Helfen Sie die Schwarzwildplage zu mindern. Appellieren Sie an die Jagdwissenschaft und die Regierungen wenigstens eine Prüfung meines Vorschlages für den Bachentisch durchzuführen und ihn zu verordnen im Interesse der Bauern und Jäger.
    Es könnten 53 % weniger Frischlinge die Äcker verwüsten und die ASP könnte nach Ausbruch leichter besiegt werden.
    Eine Bauanleitung für den Bachentisch finden Sie unter:
    https://kirrer.wordpress.com/2008/05/18/bachentisch/
    Damit Sie sehen, dass ich mich schon lange mit dem Schwarzwildproblem befasse: Der erste zeitgesteuerte Futterstreuer, die erste Wilduhr, die erste Wildkamera, der erste Pendelkirrer und vieles andere (Kofferfalle, Magnetauslösung, Q-Falle) stammen von mir.
    Mit freundlichen Grüßen
    Horst Dammler

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