Studienfahrt nach Bayern 2006

Im Juni 2006 lud die ÖJV-Landesgruppe zu einer Studienfahrt nach Bayern ein. Besucht wurden die Forstbetriebe Ebrach, Rentweinsdorf, Landsberg, Oberammergau und der Nationalpark Bayerischer Wald. In den Forstbetrieben stand vor allem die Wald/Wildproblematik im Vordergrund sowie die betrieblichen Auswirkungen eines vorbildlichen Jagdmanagement. Im Nationalpark Bayerischer Wald interessierte die Sukzession der Borkenkäferflächen sowie die Forschungsergebnisse über Luchs und Rotwild.

Die vorgefundenen Waldbilder haben alle Exkursionsteilnehmer überzeugt. Flächig ungeschützte Verjüngungen aus Tanne und Eiche zeigen, dass sich der jagdliche Einsatz lohnt. Alle Hauptbaumarten verjüngen sich außer Zaun und gewährleisten, dass sich die natürliche Waldgesellschaft etablieren kann. Wie wichtig dies gerade auch im Bergwald ist, konnte uns Meinhard Süß, Betriebsleiter Oberammergau, eindrucksvoll zeigen.

Die Fahrt war für alle Teilnehmer sehr lehrreich. Besonderer Dank gilt den Förstern vor Ort, die uns die Waldbilder präsentierten. Sie haben uns nochmals motiviert, sich weiterhin mit allen Kräften für angepaßte Wildbestände in Rheinland-Pfalz einzusetzen.

Neben den waldbaulichen Höhepunkten kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Nach den Exkursionen wurde noch lange gefachsimpelt und bei einem kühlen Weißbier bis spät in die Nacht diskutiert. Hier kann sich jeder ein Eindruck über die Exkursion verschaffen bzw. die Erinnerungen wachrufen.

Urteile gegen Wolfsjäger gesprochen

Das Amtsgericht Dannenberg erließ gegen die zwei Schützen eines wild lebenden Wolfs Strafbefehle. Ein Schütze der 3 Schüsse auf den Wolf abgegeben hat muss 12.800 Euro Strafe bezahlen, der andere Schütze 4.000 Euro. Es wurde ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz begangen, erklärte die Staatsanwaltschaft Lüneburg. .. mehr bei Focus ..

Nachtrag 05.08: Die Kommentare zum Artikel bei Focus haben es auch in sich. So schreibt zum Beispiel Mara: Dieser „SPORT“(!) ist nicht mehr Zeitgemäss und hat keinerlei biologische Rechtfertigung. Zudem spielen sich Jäger allzuoft als „Herren des Waldes“ auf.
Mit dieser Meinung steht sie ganz gewiss nicht alleine, die Mara. So weit hat es die klassische Jägerei mittlerweile in den Augen weiter Kreise gebracht.

Im ÖJV Blog gibt es zum Fall dieser Wolfstötung einen Bericht vom Nabu (inklusive Einschätzung und Hintergründe).

Kyrill

Presseinformation
Oberbirkholz, Februar 2007
Ökologischer Jagdverband appelliert an Jäger
„Jäger sind beim Neuaufbau unserer Wälder nach dem Orkan Kyrill gefordert“

Das Orkantief „Kyrill“ hat tiefe Schneisen in den deutschen Wald gerissen. Meist fielen nicht standortgerechte Fichtenmonokulturen dem Sturm zum Opfer. Stabile Mischwälder sind nur mit angepassten Schalenwildbeständen zu erreichen.

Ob auf großer Fläche oder in kleinen Nestern, Kyrill hat ganze Arbeit geleistet und dem Mensch landesweit gezeigt, dass ein Arbeiten gegen die Natur über kurz oder lang zu Fehlschlägen führt. Die nächsten Jahre werden geprägt sein vom Bemühen der Waldeigentümer den Wald wieder aufzubauen. Standortangepasste Laubmischwälder müssen mehr denn je die Antwort verantwortungsbewusster Waldbesitzer auf die geänderten Klimabedingungen sein.
Was haben aber Reh und Hirsch damit zu tun? Die Antwort ist genauso einfach wie einleuchtend. Vielerorts viel zu hohe Bestände dieser Schalenwildarten verhindern den Anbau oder die natürliche Verjüngung vieler heimischer Laubhölzer. Vor allem Eichen und Buchen, aber auch die Esche, der Ahorn und die Weißtanne enden meist kurz nach dem Aufkeimen in den hungrigen Äsern des Wildes. Schuld sind nicht das Wild, sondern diejenigen Jäger, die diese hohen Bestände „herangehegt“ haben. Mangelndes ökologisches Verständnis und die Gier nach möglichst vielen und großen Trophäen bewirken damit oftmals einen nicht waldangepassten Wildbestand.

Der ökologische Jagdverband Rheinland-Pfalz appelliert eindringlich an alle verantwortungsbewussten Jäger die Schalenwildbestände entsprechend den Bedürfnissen eines naturnahen Waldes abzusenken.

Heiße Sommer mit extremem Borkenkäferbefall und Orkane bisher unbekannten Ausmaßes machen der Fichte langfristig den Garaus. Stabile Baumarten müssen eine Chance bekommen sich in unseren Wäldern zu etablieren. Nur durch die Zusammenarbeit von Waldeigentümern und Jägern ist dieses Ziel zu erreichen.

Exkursion und Mitgliederversammlung in Trippstadt

Am 14. Juni 2008 lädt der ÖJV Mitglieder und Interessierte zu einer Exkursion ins Wildforschungsgebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ein.

Die Leitung übernimmt Dr. Ulf Hohmann, Sachgebietsleiter an der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt. Anschließend findet die Mitgliederversammlung statt.

Das Exkursionsprogramm finden sie unter diesem Link.

Rotwild in Rheinland-Pfalz

Das Leitbild für ein fortschrittliches Management des Rotwildes in Deutschland von Ulrich Wotschikowski, Olaf Simon, Kai Elmauer und Swen Herzog heraus gegeben von der Deutschen Wildtierstiftung (Hamburg 2006) eröffnet erneut die Diskussion um den richtigen Umgang mit dem Rotwild. Im folgenden Artikel soll auf die Situation des Rotwildes in Rheinland-Pfalz eingegangen werden. Weiter lesen ..

Einfluss der Bejagung auf das Rotwild aus genetischer Sicht

Prof. Dr. G. B. Hartl
Institut für Haustierkunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstraße 40, D-24118 Kiel

Einleitung

Genetische Vielfalt in Körper‑ und Verhaltensmerkma­len ist die Grundlage für die Anpassungs­fähigkeit einer Fortpflanzungsgemein­schaft an ihre sich ständig ändernde Umwelt. Wie durch die ver­gleichsweise geringe Häufigkeit spontan auftretender Veränderungen von Erbanlagen (aufgrund geringer Po­pulati­ons­größen und langer Generationsinter­valle) und die über­wie­gend schä­digende Wirkung solcher Erbänderungen in einem komplexen Organismus zu erklären ist, braucht sie bei großen Säugetier­arten zu ihrer na­tür­lichen Entste­hung Tausende von Jahren. Ist genü­gend genetische Vielfalt vorhan­den, so finden sich unter den verschiedensten Um­weltbedingungen immer Individuen, die in der Lage sind, mehr Nach­kommen hervorzu­bringen als andere ‑ ein Vorgang, der den Genbestand verändert und als natürliche Selektion bezeichnet wird. Hat jedoch eine Fortpflan­zungsgemeinschaft ei­nen großen Teil ihrer Genreser­ven verloren, so treten vermehrt Krankhei­ten und Mißbildungen auf, es kommt zu ver­minderter Fruchtbarkeit und Vitalität, und die Po­pulati­on kann schließlich bei Veränderung eines bestimmten Umwelt­faktors aufgrund mangelnder An­passungsfähigkeit zugrunde gehen.

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Rot- und Rehwild brauchen keine Fütterung

Rot- und Rehwild brauchen keine Fütterung

In diesem Jahr haben wir mal wieder richtig Winter, Schnee bedeckt den Boden und verdeckt die Nahrung des Wildes. Doch wer sich mit den Lebensgewohnheiten des Wildes ausführlich auseinandersetzt wird feststellen, dass es im Winter keine Not leidet.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommt das Wild nicht nur ein dichtes Winterhaar, sondern stellt auch seine Fressgewohnheiten um. Wildbiologen von der Veterinärmedezinischen Universität Wien haben herausgefunden, dass im Frühjahr und Sommer vom Wild überwiegend eiweißreiche Nahrung aufgenommen wird, dagegen ist im Winter bis in den März hinein Rohfaser Hauptbestandteil der Nahrung. Der Aufschluss der Nahrung wird hauptsächlich von Bakterien übernommen, sodass der Energieaufwand zur Verdauung für das Wild äußerst gering ist. Weiterlesen:

Entwurf der Kirrverordnung Rheinland-Pfalz

Landesverordnung über die Fütterung und Kirrung von Schalenwild in Rheinland-Pfalz

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat mit dem dritten Gesetz zur Änderung des Landesjagdgesetzes das Umweltministerium ermächtigt, durch Rechtsverordnung Näheres über das Verbot der Fütterung und Kirrung von Schalenwild sowie Ausnahmen zu regeln. Die Regelungen zum Verbot der Fütterung und Kirrung von Schalenwild, die bis dahin im Landesjagdgesetz selbst festgelegt waren, werden entfallen.

Hintergrund dieser Entscheidung sind vor allem auswuchernde Schwarzwildbestände, die auf den Wiesen, Feldern und in den Weinbergen erhebliche Schäden anrichten. Außerdem herrscht in vielen Jagdrevieren eine Kirrpraxis vor, die eine Beschränkung notwendig macht. Die Schweinepest in Rheinland-Pfalz wurde nur aufgrund der oralen Immunisierung des
Schwarzwildes eingedämmt. Verstöße gegen die geltende Rechtsverordnung konnten nur schwer bzw. gar nicht verfolgt werden, da Begriffe wie „ Kirren in geringen Mengen“ zu unbestimmt waren und die Verursacher nicht überführt werden konnten. Außerdem wurde die Ausnahmeregelung der Fütterung außerhalb der Jagdzeiten (16. Januar bis 30. April) als Generalvollmacht zum Füttern von Schalenwild verstanden. Weiterlesen:

Pressemitteilung 2002: Rehe brauchen keine Fütterung

Rehwild braucht keine Fütterung

In diesem Jahr haben wir mal wieder richtig Winter, Schnee bedeckt den Boden und verdeckt scheinbar die Nahrung des Rehwildes. Doch wer sich mit den Lebensgewohnheiten des Rehwildes ausführlich auseinandersetzt, wird feststellen, dass es im Winter keine Not leidet.
Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommt das Rehwild nicht nur ein dichtes Winterhaar, sondern stellt auch seine Eßgewohnheiten um. Im Winter braucht das Rehwild wenig Nahrung, da sich der Pansen verkleinert und große Nahrungsmengen nicht verarbeiten, geschweige denn verwerten kann. Bei klirrendem Frost und hohen Schneelagen sucht das Wild ruhige Plätze, die es nicht verläßt. Es bewegt sich kaum und benötigt nur geringe Energiemengen zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen. Zudem hat sich das Wild eine Speckschicht angefressen, von der es nun zerrt.
Falsch verstandene Tierliebe wirkt oft kontraproduktiv. Durch Fütterungen wird das Wild künstlich in Bewegung gehalten und falsches Futter führt oft zu Durchfall. Sie sind Keimzellen für Krankheiten, da sich hier das Wild massiert und sich schnell gegenseitig ansteckt. Rehwild wird von den Wildbiologen als Konzentratselektierer bezeichnet, was so viel bedeutet, das es nicht wie die Kuh auf der Wiese weidet, sondern sehr selektiv Gräser, Knospen und Blätter aufnimmt.
Fütterungen sind unnatürlich und in einem intakten Lebensraum nicht notwendig. Leider sind in den letzten Jahren durch falsch verstandene Hege, die Rehwildbestände dermaßen angestiegen, dass sich der Wald nicht natürlich verjüngen konnte. Nur hinter Zäunen wächst die natürliche Waldgesellschaft. Eine Verarmung des Lebensraumes führt nicht nur zu wirtschaftlichen Einbußen im Wald, sondern trifft die Wildart selbst. Es kommt zu vermehrtem Streß, da das Rehwild territorial lebt und sich förmlich auf den Füßen steht. Die Nahrungsgrundlagen werden übernutzt.Der Ökologische Jagdverband und die rheinland-pfälzischen Forstleute sind sicherlich keine Rehwildhasser, wenn sie eine Reduzierung der Wildbestände auf ein waldverträgliches Maß fordern. Eine Inventur der bundesdeutschen Wälder hat schließlich ergeben, dass 70% der gesamten nachkommenden Waldgeneration (Verjüngungsfläche) gezäunt ist. Im Mittelpunkt der Betrachtung darf nicht eine Wildart stehen, sondern der Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Funktionen. Fütterungen sind im Naturhaushalt außerordentlich problematisch und zeugen von falsch verstandener Tierliebe. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber sie daher verboten.