Pressemitteilung 2002: Rehe brauchen keine Fütterung

Rehwild braucht keine Fütterung

In diesem Jahr haben wir mal wieder richtig Winter, Schnee bedeckt den Boden und verdeckt scheinbar die Nahrung des Rehwildes. Doch wer sich mit den Lebensgewohnheiten des Rehwildes ausführlich auseinandersetzt, wird feststellen, dass es im Winter keine Not leidet.
Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommt das Rehwild nicht nur ein dichtes Winterhaar, sondern stellt auch seine Eßgewohnheiten um. Im Winter braucht das Rehwild wenig Nahrung, da sich der Pansen verkleinert und große Nahrungsmengen nicht verarbeiten, geschweige denn verwerten kann. Bei klirrendem Frost und hohen Schneelagen sucht das Wild ruhige Plätze, die es nicht verläßt. Es bewegt sich kaum und benötigt nur geringe Energiemengen zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen. Zudem hat sich das Wild eine Speckschicht angefressen, von der es nun zerrt.
Falsch verstandene Tierliebe wirkt oft kontraproduktiv. Durch Fütterungen wird das Wild künstlich in Bewegung gehalten und falsches Futter führt oft zu Durchfall. Sie sind Keimzellen für Krankheiten, da sich hier das Wild massiert und sich schnell gegenseitig ansteckt. Rehwild wird von den Wildbiologen als Konzentratselektierer bezeichnet, was so viel bedeutet, das es nicht wie die Kuh auf der Wiese weidet, sondern sehr selektiv Gräser, Knospen und Blätter aufnimmt.
Fütterungen sind unnatürlich und in einem intakten Lebensraum nicht notwendig. Leider sind in den letzten Jahren durch falsch verstandene Hege, die Rehwildbestände dermaßen angestiegen, dass sich der Wald nicht natürlich verjüngen konnte. Nur hinter Zäunen wächst die natürliche Waldgesellschaft. Eine Verarmung des Lebensraumes führt nicht nur zu wirtschaftlichen Einbußen im Wald, sondern trifft die Wildart selbst. Es kommt zu vermehrtem Streß, da das Rehwild territorial lebt und sich förmlich auf den Füßen steht. Die Nahrungsgrundlagen werden übernutzt.Der Ökologische Jagdverband und die rheinland-pfälzischen Forstleute sind sicherlich keine Rehwildhasser, wenn sie eine Reduzierung der Wildbestände auf ein waldverträgliches Maß fordern. Eine Inventur der bundesdeutschen Wälder hat schließlich ergeben, dass 70% der gesamten nachkommenden Waldgeneration (Verjüngungsfläche) gezäunt ist. Im Mittelpunkt der Betrachtung darf nicht eine Wildart stehen, sondern der Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Funktionen. Fütterungen sind im Naturhaushalt außerordentlich problematisch und zeugen von falsch verstandener Tierliebe. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber sie daher verboten.

Mitgliederversammlung 2008

Am 14.06.08 findet die diesjährige Mitgliederversammlung (MGV) in Trippstadt / Pfälzerwald statt. Dr. Ulf Hohmann und sein Team von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft werden uns einen Einblick in die bestehenden Forschungsvorhaben geben und das Wildforschungsgebiet Pfälzerwald vorstellen.

Nach der Exkursion findet die MGV statt. Mehr Info, wie genauer Zeitrahmen und Tagesordnungspunkte, demnächst hier.

Mitglied im ÖJV werden?

Was haben Sie davon, wenn Sie Mitglied im ÖJV Rheinland-Pfalz werden?

Nun, das hängt ein bißchen von Ihren Erwartungen ab und auch wie tief Sie einsteigen/mitmachen wollen. Hier der Link zum Antragsformular und nachfolgend ein paar Fakten, die für eine Mitgliedschaft im ÖJV sprechen:

  • Vier mal im Jahr die ÖkoJagd, das Magazin des ÖJV
  • Kontakt zu Gleichgesinnten, z.B. beim jährlichen Drückjagdnadel-Schießen
  • Jährliches Mitgliedertreffen mit forst- jagdlicher Exkursion
  • Informationen zu Jagd und Natur, die Sie sonst nicht bekommen
  • Sie helfen mit, der Jagd eine zeitgemäße und entwicklungsfähige Grundlage zu geben

Sie können den Mitgliedsantrag zum Post- oder Faxversand anzeigen und ausdrucken: Zum Antragsformular

Mitgliedsbeitrag beim ÖJV Rhld.-Pfalz: 30 Euro/Jahr; Fördermitglieder und in Ausbildung zahlen 18,00 Euro; Und um den Verwaltungsaufwand so gering und störungsarm wie möglich zu halten (natürlich macht auch unser Kassierer seinen ÖJV-Job in seiner Freizeit ehrenamtlich), lassen die Mitglieder ihren ÖJV Rheinland-Pfalz Beitrag via Lastschriftverfahren einziehen.

Jetzt sind aber erst mal Sie am Zug. Wir freuen uns auf Sie.

Bei Fragen zur Mitgliedschaft sprechen Sie bitte einfach Thomas Boschen an: t.boschen@oejv.de oder Tel.: 02294-98150

Anhörung im Landtag

Am 30. Juni 2005 fand eine Anhörung des Umweltausschusses des Landtages von Rheinland-Pfalz in Mainz zur geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes zur Regelung der Fütterung statt. In einem zehnminütigen Vortrag konnten die verschiedenen Interessensvertreter ihre Stellungnahme vortragen. Anschließend hatten die Abgeordneten die Möglichkeit noch mal gezielt nachzufragen.
Während der ÖJV für die Änderung plädierte, stimmten Landesjagdverband, Weiberreviere und der Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd dagegen.
Bei der Diskussion stellte sich klar heraus, dass eine deutliche Mehrheit für strenge Regelungen ist. Freiwillige Vereinbarungen mit der Jägerschaft haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nach der Anhörung stimmte der Ausschuss gegen die Stimmen der CDU-Fraktion für den Gesetzentwurf der Landesregierung.
Lesen Sie den Kommentar und die weiteren Ausführungen: