Schweißseminar im Soonwald

Vom 6. bis 8. September 2019 fand rund um das Forstamt Soonwald ein Seminar des ÖJV-RLP für Hund und Führer statt. Thema: Ohne Schweiß kein Preis.

Es waren 10 Führer mit ihren Hunden gekommen, um von der Trainerin Andrea Kühne zu lernen. Was kann mein Hund aktuell? Was kann ich? Was ist an Potenzial da? Und wie können wir es fördern, sowohl bei mir als Führerin / Führer als auch bei meinem Hund?

Die Gruppe war bunt gemischt in allen Facetten. Die jüngste Teilnehmerin war 16, der älteste hatte die 60 überschritten. Auch wenn die Wachtel in der Zahl dominiert haben, wir hatten neben Teckel, BGS und Kopov auch einen Exoten dabei: Rheinisch Rauhbart.

Auch im Kenntnisstand gab es die ganze Bandbreite. Von „ich habe noch nicht viel Schweißarbeit gemacht“ über schon Fortgeschrittene bis zum sehr erfahrenen Nachsuchenführer.

Motivierende Stimmung

Vorneweg: Es waren erlebnisreiche Stunden, es was anregend. Es herrschte eine gute, fördernde Atmosphäre, so dass alle am Ende gesagt haben: Ich habe richtig was gelernt. Viel gelernt über mich, über meinen vierläufigen Gefährten und über die Nachsuchenarbeit.

Und wir konnten sehen, worauf die Trainerin achtet, wie sie motiviert, wie sie Korrekturen anbringt. Kurz: worauf es ankommt, wenn man die Arbeit anderer Gespanne beurteilt und Hilfestellung geben will/soll. Das war für manche Teilnehmer auch sehr wichtig.

Das Seminar mit Andrea Kühne hat nicht nur gehalten, was wir uns davon versprochen haben. Es ging wirklich darüber hinaus.

Erschwerte Bedingungen

Während am Freitag Abend, zur Theorie im Forstamt Soonwald, noch bestes Wetter herrschte, mussten wir am Samstag schnell die Hoffnung begraben, dass es hält. Es hat fast durchgängig geregnet. Von 9:00 Uhr morgens bis 14:00 nachmittags. Dann hatten wir noch 2 Stunden, in denen sogar mal die Sonne kurz durchkam.

Und obwohl schon um die Mittagszeit die Wanderstiefel (Clevere hatten Gummistiefel mit) und die Socken nass waren, haben alle mitgezogen. Zu spannend war das Geschehen.

Die Übungen

Nachdem vormittags im Wald Standardfährten getreten und gearbeitet wurden, ging es nachmittags auf einer Wiese dran, die ersten harten Nüsse zu knacken.

Erstaunlich war, dass auch die unerfahrenen Hunde und Führer die Fährte vorwärts brachten, obwohl dabei gefilmt wurde und die anderen Teilnehmer neben her liefen.

Hier kamen die ganze Erfahrung und das Know-how der Trainerin zum tragen. Sie war immer nah am Gespann, gab Anweisungen, Tipps und auch aktive Unterstützung.

Ein besonderer Schwerpunkt lag hier immer auch darauf, was die Körpersprache des Menschen beim Hund auslöst: Wie nah bin ich meinem Hund? Welche Information übertrage ich mit der Art, wie ich den Riemen nutze? Was sage ich mit meinen Bewegungen, meiner Haltung, meiner Stimmlage meinem Hund?

Zwischendurch hat sie auch immer wieder Verhalten von Hund und Führer und ihre Korrekturen für die Corona kommentiert. So war nicht nur das selber Führen lehrreich, sondern auch das Mitlaufen und Zuschauen bei den anderen.

Nachmittags dann und auch am Sonntag wurden sukzessive Schwierigkeiten eingebaut: Nahe parallel getretene Fährten; sich kreuzende Fährten; gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Gespanne auf Sicht und mit Kreuzung der Fährten.

Spezielle Arbeitsschritte, Module, wurden separat geübt. Darunter waren „Verweisen von Tropfbetten“, Ablegen in der Fährte und Abtragen (aus der Arbeit nehmen). Alles sehr verständlich und verständnisvoll angeleitet von der Trainerin. Immer super angepaßt an das jeweilige Gespann.

Resume

Zum Abschluss am Samstag haben wir die Videos der Arbeiten vom Vormittag angesehen.

Hier konnte die Trainerin dann wichtige Momente wie z.B. Hundeverhalten (was macht er da, was bedeutet das), Führerfehler (warum bringst Du da so ’ne Hektik rein?) und auch Führererfolge (schön hast Du das gelöst, den Hund selber wieder anschließen lassen) demonstrieren.

Fragen, Antworten, Erfahrungen austauschen und das alles nah am Erlebten – so geht lernen.

Am Sonntag, der übrigens vormittags wieder schrecklich verregnet war, ging es dann um 15:00 Uhr zur Abschlussbesprechung noch mal ins Forstamt. Und, nach einer Runde Feedback waren sich alle einig: Die Mühen, der Regen – es hat sich gelohnt. Jede / jeder war besser geworden. Es war ein tolles Schweiß-Seminar.

P.S. Mehr zur Trainerin, Andrea Kühne, beim ÖJV-Bayern oder direkt auf ihrer Website

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