Kurzbericht zur ÖJV Schweißprüfung am 19.08.2017

1. Fährtenschuhprüfung ÖJV RLP am 19.8.17 im Soonwald
Jagdliche Brauchbarkeit Nachsuche, LJGDVO Rh-Pf §47 Abs.3 Nr.2

Wir hatten zwei Meldungen, eine Schwarzwälder-Bracken-Hündin (SwB) und eine BGS-Hündin. Die BGS Hündin fiel bei dem Fach Sozialverhalten / Gehorsam / Leinenführigkeit durch. Der Hund war mit der gesamten Prüfungssituation überfordert.

Die SwB-Hündin kam auf der Fährte circa 100-150m weit. Auf dieser Distanz erhielt sie drei Rückrufe und war somit auch ausgeschieden.
Bei dem Gespann waren gute Ansätze in der Schweißarbeit zu sehen. Und wenn das Üben unter fachkundiger Mithilfe eines erfahrenen Hundeführers noch intensiviert wird, sollten sie die Prüfung beim nächsten Mal bestehen.

Das Richterteam zog aus dem Prüfungsablauf verschiedene Rückschlüsse. Für das kommende Jahr ist deshalb folgendes geplant:

  • März 2018; Angebot von zwei Seminaren „Einarbeitung des Jagdhundes in die Schweißarbeit“
  • April 2018; Überprüfung des Spurlautes auf der Hasenspur,
  • Mai/Juni 2018; ein oder zwei Übungstage mit den Hundeführer und ihren Hunden unter der Beobachtung von erfahrenen Hundeführern,
  • August 2018; Prüfung im Soonwald

Wir fordern zwar einiges an Leistung, aber wir wollen auch, dass die Gespanne gut vorbereitet sind und bestehen.

Bericht zur Stöberprüfung 23.09.17 Hochpochten

Die gestrige Prüfung in Hochpochten ist für alle beteiligten positiv und harmonisch verlaufen:
Alle drei gemeldeten Gespanne haben die Prüfung bestanden. Ein Hund wurde wegen vermuteter Schussempfindlichkeit kurzfristig zurückgezogen.

Nachdem die Gehorsamsfächer mehr oder weniger ohne Probleme gemeistert wurden, zeigten sich im Fach „Stöbern“ die bekannten Erkenntnisse:
Aufgrund Ihres weiträumigeren Suchens fällt Bracken das Fach Stöbern in Revieren mit angepassten Wildbeständen leichter als den Vorstehhunden, die naturgemäß mehr „unter der Flinte“ arbeiten und zudem nur auf ganz frischen Fährten Ihren Laut zeigen.

Ein positives Feedback gab es von den Prüflingen, die an den erstmalig durchgeführten Übungstagen im Soonwald unter der Leitung von Thorsten Baus teilgenommen hatten.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Thorsten für die Organisation dieser Vorbereitungstage!

Am kommenden Samstag findet unsere nächste Stöberprüfung im Soonwald, Revier Alteburg, bei Klaus Kaiser statt.

Vielen vielen Dank an Alle , die mich bei der Durchführung dieser Prüfung unterstützt haben, insbesondere auch an die Beobachter und Armin Weitershagen, der im Vorfeld alle Formulare/ Urkunden auf den neuesten Stand gebracht und bei der Prüfung mit der Kamera schöne Eindrücke festgehalten hat!!!

Ziemlich beste Freunde – Jagdhundwelpen beim Spielen

Welpen könnte man stundenlang zugucken beim Spielen. Und was die alles lernen dabei, sagenhaft. Hier, das sind die ca. 5 Monate alten Aiko (BrBr) und Bruno (BGS) 50 sec im Video.

UN zeichnet Forstarbeit in Hochpochten aus

„..  Gewürdigt wird mit dem Preis die Arbeit im Hochpochtener Wald, die in den vergangenen 25 Jahren unter anderem von Förster Michael Fohl geleistet wurde. .. Durch gezielte Bewirtschaftung des Waldes und höhere Abschusszahlen von Wild werden demnach die Naturverjüngung des Waldes und die biologische Vielfalt gesteigert.“ Schreibt die Rhein-Zeitung dazu.

Förster Michael Fohl ist, und darauf sind wir sehr stolz, im Vorstand bei uns, dem ÖJV Rheinland-Pfalz. Auf dem Vorstands-Photo hier, ist Michael der 3. von links.

Projekt „Schalldämpfer“ in Rheinland-Pfalz

Auf den Drückjagden im vergangenen Winter habe ich einige Jägersleut mit Schalldämpfer gesehen und gesprochen. Keiner will seinen Dämpfer mehr missen. Und nach einigem Ringen mit mir selber, hat der große Vorteil Gehörschutz dann die Nachteile – die schöne Keiler-Visierung von meiner Waffe runter, noch ein Teil am Gewehr, das kaputt gehen kann, die wunderbare Balance der Waffe eventuell stören – doch ausgestochen.

Die Gesundheit ist einfach das Wichtigste. Und ein einmal beschädigtes Gehör wird nicht mehr gut. 30-06 aus einem 52 cm Lauf, das rummst doch ordentlich.

Beratung

Also bin ich an einem sonnigen Samstagmorgen Ende März zum Fachmann. Nicht, dass ich nicht vorher schon im Internet geguckt hätte, was es so gibt an Marken, Leistung der Dämpfer und Erfahrungen von denen, die früh auf den Zug aufgesprungen sind – ein Gespräch mit dem Büchsenmacher des Vertrauens, das ist nicht zu ersetzen.

Ich habe jetzt verschiedene Dämpfer in der Hand gehabt und kenne das Urteil des Fachmanns. Ich weiß jetzt, wie es im Procedere weiter geht und – ganz wichtig – was es kostet: Alles in allem, Schalldämpfer plus Gewindeschneiden usw., sind wir bei 830,- €.

Antrag – WBK

Schon am Montag drauf geht’s zum Ordnungsamt, Untere Jagdbehörde. Dort beantrage ich die Voreintragung in die Waffenbesitzkarte (WBK).

Die freundliche Sachbearbeiterin hilft mit dem Formular und weist mich drauf hin, dass es ein bisschen dauern kann (3-4 Wochen), weil meine Zuverlässigkeit neu gecheckt wird. Das ist Standard.

Ich habe es nicht eilig. Der Antrag ist jedenfalls abgegeben und sobald ich den Voreintrag habe, habe ich ein Jahr Zeit, den Schalldämpfer zu kaufen. Alles kann seinen Gang gehen.

Projekt: Waffe bearbeiten

Eine Woche drauf, ich kann doch nicht länger stillhalten, geht’s wieder zum Büchsenmacher. „Wir können das Projekt Gewindeschneiden natürlich direkt starten. Mit Ihrer Zuverlässigkeitsprüfung, das geht schon in Ordnung.“, grinst er.

Der Vorteil: Genehmigungsverfahren und Waffe bearbeiten laufen parallel. Die Wartezeit verkürzt sich. Also noch mal schnell ein Foto vom Originalzustand der Waffe gemacht. Und ab damit.

So sah sie vorher aus. Jetzt wie oben mit SD

WBK Eintrag

Anfang Mai – es sind jetzt 6 Wochen her, seit ich den Antrag bei der UJB abgegeben habe – kommt die Meldung: Gewinde geschnitten und Waffe beschossen.

Jetzt geht’s wieder zur Unteren Jagdbehörde. Der Schalldämpfer wird in die WBK eingetragen und gleich drauf beim Büchsenmacher in Empfang genommen.

Der nächste Schritt: Waffe neu einschießen. Gleich den nächstmöglichen Termin auf dem Schießstand klar gemacht.

Es ist so weit

6 Wochen hat es gedauert, vom Antrag bei der UJB bis zum Einschießen der Waffe mit Schalldämpfer.

Seitlich gab es beim Einschießen keine Abweichung. Nur nach oben, ca 10 cm Hochschuß mit dem Dämpfer. Der Rückschlag ist auch deutlich reduziert.

Übrigens, was ich persönlich interessant finde: Ich habe (aufgelegt) zum ersten Mal das Hochschlagen der Waffe gesehen. Vermutlich ist das früher einfach im Rückschlag „untergegangen“.

Die Kosten

  • Gewindeschneiden + Dämpfer (Hausken JD 224) 800,- € (Hauspreis-Rabatt drauf bekommen :-))
  • Neoprenhülle wegen dem „Plong“, wenn man mit der jetzt längeren Waffe am Holz aneckt = 16 €
  • Verwaltungsgebühr = 40,- €.
  • Und dann noch ein bisschen Munition, bis meine 2 Gläser eingeschossen waren.

Tja und jetzt geht’s raus damit!

Das Problem für Jagdrechtsinhaber mit überjagenden Hunden bei Drückjagden

Immer mehr Wildschweine verursachen immer öfter große Schäden. Die Jagd hat Lösungen für das Schwarzwildproblem. Und die Verpächter – Eigenjagdbesitzer und Jagdgenossen – haben es mit in der Hand, ob auf ihren Flächen die Sauen zu Schaden gehen können oder nicht.

Schäden durch Sauen – so hoch wie noch nie!

Ernteausfall bei den Bauern, umgepflügte Wege, Spielplätze und Sportanlagen, durchwühlte Hausgärten und Komposthaufen; – Wildschweine werden vielerorts in Rheinland-Pfalz fast schon zur Plage. Und nicht nur Landwirte haben beträchtliche Schäden.

Es hat mehrere Gründe, weshalb sich die Sauen über einen längeren Zeitraum bereits so stark vermehrt haben, dass sie ernsthaft zu Schaden gehen:

  • Milde Winter,
  • mastreiche Jahre bei Buchen und Eichen,
  • vermehrter Maisanbau
  • und eine nur langsam reagierende Jagd, die sich mancherorts noch schwertut mit dem Umschalten von „wir wollen starkes Schwarzwild (Keiler) haben“ auf „wir müssen Sauen reduzieren“.

Revierübergreifende Zusammenarbeit der Jäger tut not!

Aber, in weiten Teilen der Jägerschaft ist das Umdenken jetzt in vollem Gange. Die meisten Jäger und Jagdpächter haben die Aufgabe angenommen, das Schwarzwild auf ein unproblematisches Maß zu reduzieren. Und ein ganz zentrales Mittel dabei: Revierübergreifende Drückjagden.

Sauen sind sehr mobil und kennen keine Reviergrenzen. Um Schwarzwild wirkungsvoll zu reduzieren, braucht es deshalb eine revierübergreifende Zusammenarbeit der Jagdpächter.

Allerdings, nicht alle Jagdpächter sind dazu bereit. Die Gründe der einzelnen Pächter, weshalb sie die Zusammenarbeit verweigern, sind vielschichtig. Und es ist müßig, darüber zu spekulieren.

Was aber auf der Hand liegt: Durch ihre Verweigerung nehmen diese Pächter der Drückjagd auf Schwarzwild erheblich an Wirkung. Sauen sind intelligente Tiere, die schnell lernen, wo sie Ruhe und Deckung haben und wo sie ernsthaft bejagt werden. Da können die Nachbarn noch so straff jagen.

Wie Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer mitwirken können!

Nun kann man, sagt das alte Sprichwort, den Hund nicht zum Jagen tragen. Und das gilt auch für einen Jagdpächter, der nicht will. Nicht nur dass eine Drückjagd ausrichten, die Strecke bringt, spezielles jagdliches Know-how erfordert, es ist auch nicht schwer mit viel Orange und Trara „so zu tun, als ob“.

Verpächtern, die das Schwarzwild wirksam reduziert wissen wollen, kann man nur empfehlen, mit ins Auge gefassten Pächtern vor Vertragsunterzeichnung intensiv genau darüber zu sprechen und sie vertraglich dazu verpflichten, sich an revierübergreifenden Jagden zu beteiligen.  Sollte der Pächter die Zusammenarbeit verweigern, kann dies als Kündigungsgrund formuliert werden.

Darüber hinaus empfehlen wir, bei den jährlich vorgeschriebenen Waldbegängen für die Abschussvereinbarung den Pächter zu fragen, wie er sich an revierübergreifenden Jagden beteiligt hat und wie hoch der Streckenanteil über Drückjagden war.

Wir empfehlen weiterhin in den Vertrag aufzunehmen, dass der Verpächter über Drückjagden informiert werden muss und das Recht hat, als Beobachter teilzunehmen.

Pächter, die Reduktion wirksam verhindern.

Viel gefährlicher für Eigenjagdbesitzer, Jagdgenossen und Landwirte sind allerdings Jagdpächter, die nicht nur ausscheren bei der revierübergreifenden Drückjagd, sondern die die gemeinschaftliche Aufgabe aktiv verhindern. Und das Mittel der Wahl ist regelmäßig Klageandrohung bei überjagenden Hunden.

Das heißt, kommt während der Drückjagd ein Hund des Nachbarn bei der Verfolgung einer Sau in sein Revier, dann verklagt er diesen Nachbarn auf Störung seines Jagdrechts. Die Strafzahlungen können im hohen 5stelligen Bereich liegen.

Mit dieser Klage vor Augen verzichtet der Ausrichter der Drückjagd auf den Hundeeinsatz, da Hunde ebenso wie Sauen die Reviergrenzen ja nicht kennen. Eine Drückjagd ohne jagende Hunde ist aber nicht mal im Ansatz so effektiv wie mit Hunden.

So schafft es ein einzelner Pächter, der Schwarzwildbejagung – auch seiner Nachbarn – den Zahn zu ziehen. Kann so ein Pächter zusätzlich noch vertraglich den Wildschaden deckeln, sind die Verpächter sogar doppelt gefangen.

Den vollen Schaden durch so ein Verhalten haben die Verpächter. Doch – das muss nicht sein.

Die Lösung im neuen Pachtvertrag!

In BaWü und NRW gibt es bereits gesetzliche Regelungen, dass Revierpächter überjagende Hunde der Nachbarn unter bestimmten Bedingungen zu dulden haben.

Solange es solch eine gesetzliche Regelung in RLP nicht gibt empfehlen wir Verpächtern, es so zu machen wie die Landesforsten in Niedersachsen und die Sache im Pachtvertrag zu fixieren.

Die Formulierung im Jagdpachtvertrag könnte so lauten:

Bewegungsjagden sind ein probates Mittel, um Wildbestände einzuregulieren. Sie machen vor allem dann Sinn, wenn sie revierübergreifend erfolgen.
Daher wird zwischen den Unterzeichnern vereinbart, dass das Überjagen von eingesetzten Hunden anlässlich von Bewegungsjagden geduldet wird.
Die Jagdtermine werden mit den Nachbarn gemeinsam erörtert und möglichst aufeinander abgestimmt. Der Pächter informiert den Verpächter über Drückjagden und dieser hat das Recht, als Beobachter teilzunehmen.

Die Lösung in der Wildfolgevereinbarung!

Und für den Pächter, der mit seinen Nachbarn das regeln will, empfiehlt es sich, den folgenden Passus in die Wildfolgevereinbarung aufzunehmen.

Zwischen den Unterzeichnern wird vereinbart, dass das Überjagen von eingesetzten Hunden anlässlich von Bewegungsjagden geduldet wird.