Durchblick beim Durchblick

Der Einsatz von Zieltechnik in der Nacht! Was ist erlaubt, was nicht!

Von Peter Böhmer – ÖJV-RLP

Die Rechtsgrundlage in Rheinland-Pfalz

Das Waffenrecht gibt ab dem 01.09.2020 mit dem 3.WaffRÄndG vom 20.02.2020 bzw. §40 III 4 ff. WaffG die Nutzung von Nachtsichtvorsatz- und –aufsatzgeräten für jagdliche Zwecke frei (waffenrechtliche Freigabe). Die oberste Jagdbehörde des Landes Rheinland-Pfalz erlaubt nun das Hellsehen im Dunklen, die Ausnahmezulassung zu §23 I 8 a LJG RLP ist erfolgt. Mit der Veröffentlichung im Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz Nr. 22, Ausgabe vom 22.06.2020, S.394-395 (jagdrechtliche Freigabe) ist klar: Nachtsichtgeräte dürfen zurErlegung von Schwarzwild eingesetzt werden. Alle folgenden Informationen beziehen sich auf die Nutzung zur Erlegung von Schwarzwild durch Jäger. Andere Nutzungszwecke unterliegen weiterhin dem Verbot. Genau dies sagt die Verfügung der obersten Jagdbehörde, wie auch §19 I 4 BJagdG (Verbot der Jagd auf Schalenwild zur Nachtzeit).  So ist und bleibt beispielsweise die Nutzung auf andere Wildarten oder die Nutzung zum sportlichen Schuss weiterhin verboten. Diese Geräte lassen sich noch kombinieren mit künstlichen Lichtquellen. Mit der Verfügung der oberen Jagdbehörde vom 11.08.2017, veröffentlicht im Staatsanzeiger RLP Nr. 32, Se. 856 vom 28.08.2017, wurde die Erlegung von Schwarzwild unter Verwendung künstlicher Lichtquellen gestattet. Folgend wird beleuchtet, welche Geräte zur Verbesserung der Nachtsicht beitragen. Üblicherweise werden verschiedene Geräte mit Hilfsmitteln kombiniert benutzt. Es sind jedoch nicht alle  Geräte oder Gerätekombinationen für die Verwendung zugelassen. Hilfreich ist ein kleiner Durchblicker-Lehrgang für Jagende.

Warum überhaupt Nachtsichttechnik?

Schwarzwild zeigt sich bei starker Bejagung nur noch in Zeitfenstern, in denen das Licht für ein sicheres Ansprechen nicht ausreicht. Es ist dringend notwendig, den Schwarzwildbestand durch Bejagung zu verkleinern, sowohl zur Wildschadensverhütung, als auch zur Seuchenvorbeugung. Die Genehmigung der Technik war seit langem überfällig und führt jetzt endlich zu praxisrelevanten Fortschritten:

  • Aufspüren des Wildes über große Entfernungen wird möglich (Detektion)
  • Ansprechen ist auf kurze Distanz mit Einschränkungen möglich (Identifikation)
  • Sichere Auswahl des Zieles wird möglich, Frischlinge bei der führenden Bache werden erkannt (Selektion)
  • Sichere Beurteilung des Zielhinterraumes wird möglich, Paketschüsse und Kollateralschäden werden vermieden (Restriktion)

Es ist jetzt in weitaus größerem Maß als vorher möglich, Strecke, Tierschutz und Sicherheit unter einen Hut zu bringen. Der Zugewinn an Sicherheit und jagdlichen Möglichkeiten stellen einen echten Meilenstein dar.

Welche Geräte verschaffen Durchblick?

Optronik ist der Oberbegriff für die Kombination von  Optik und Elektronik. Jagdlich hilfreich sind dabei vier Gruppen von Geräten, die auf zwei Arten der Aufbereitung basieren. Grundsätzlich sind alle Geräte darauf angewiesen, eine direkte Blickachse zum Zielobjekt zu haben. Der Durchblick durch Wände, Baumstämme, blickdichte Hecken gehört ins Reich der Fabel.

Aufbereitung: Ein Restlichtverstärker nimmt das vorhandene Licht auf und verstärkt es digital oder analog auf einen wahrnehmbaren Kontrastumfang (ugs. Nachtsichtgeräte). Unterschiede zwischen hellen und dunklen Flächen werden künstlich überhöht und  dadurch fürs Auge unterscheidbar gemacht. Bei dieser Technik wird vom Objekt reflektiertes Licht dargestellt. Ein Bildwandler nimmt für das Auge unsichtbares Licht auf und wandelt es digital oder analog in ein sichtbares Licht um (ugs. Wärmebildgeräte). Bei dieser Technik wird vom Objekt abgestrahltes Licht (dazu zählt auch Wärmestrahlung) dargestellt. Wärmeabstrahlung unterschiedlicher Temperatur wird als Hell-Dunkel-Kontrast erkennbar.

Vorsatzgeräte vs. Aufsatzgeräte:

Ein Vorsatzgerät wird mit einem Adapter auf der Objektivseite des Zielfernrohres befestigt, alternativ ist eine Montage auf der Montageschiene der Zielfernrohroptik zusammen mit einer Streulichtblende möglich. Als Absehen wird dabei das Absehen des Zielfernrohres genutzt. Ein Aufsatzgerät (besser: Nachsatz-) wird hinter einer Optik oder getrennt von der Optik montiert. Technisch bedingt ist die Montage von Bildwandlergeräten hinter einer Optik nicht möglich, sondern nur davor.

Künstliche Lichtquellen:

Die künstliche Lichtquelle hebt die vom angestrahlten Objekt reflektierte Lichtmenge an. Nutzt man ein Nachtsichtvor- oder -aufsatzgerät, wird dessen Reichweite damit erhöht. Bei der Verwendung von Bildwandlern hilft der Aufheller nicht weiter. Die Verfügung spricht ausdrücklich von „allgemein gebräuchlichen Taschenlampen“. Nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde sind also künstliche Lichtquellen, die ein Licht außerhalb des für den Menschen sichtbaren Spektrums abstrahlen, nicht von der Verfügung gedeckt und damit verboten.

Rechtlich relevant sind dabei die Verwendungskombinationen mit Aufheller, ob die Geräte waffenmontiert sind und ob die Geräte als eigenständige Zieloptik (Zielfernrohrersatz) genutzt werden können:

Übersicht zur gegenwärtigen Lage (Stand: Oktober 2020)

Die angegebenen Entfernungen sind stark geräteabhängig und geben lediglich die Erfahrungen mit der Waffen- und Gerätekombination des Autors wieder.

Hinweise zu Rechten und Pflichten

  • Die waffenrechtlichen Rahmenbedingungen sind im Merkblatt des BKA (siehe https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/UnsereAufgaben/Aufgabenbereiche/Waffen/MerkblattNachtsichtvor_aufsatzgeraete.pdf?__blob=publicationFile&v=3) sehr verständlich aufbereitet.
  • Jägern ist der Kauf, der Besitz, der Transport und der Umgang mit waffenmontierbarer Optronik jetzt gestattet.
  • Beim Verkauf von Geräte mit Montage ist darauf zu achten, dass der Käufer eine entsprechende Berechtigung hat. Oder die Montagemöglichkeit ist vor dem Verkauf zu entfernen.
  • Beim Überlassen der Geräte mit Montage ist darauf zu achten, dass derjenige, dem die Geräte überlassen werden, eine entsprechende Berechtigung hat. Oder die Montagemöglichkeit ist vor der Überlassung zu entfernen.
  • Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Geräte keine integrierte Beleuchtungseinheit enthalten. Bei vielen Restlichtverstärkern ist diese integriert. Die integrierte Beleuchtung reicht ohnehin nur für wenige Meter Ausleuchtung, die Montage auf der Waffe ist jedoch verboten (= waffenmontierte Zielanleuchtung). 
  • Fallen die eigenen Voraussetzungen zur Berechtigung weg (kein neuer Jahresjagdschein gelöst, Jagdschein entzogen), müssen die Montagevorrichtungen entfernt werden.
  • Eine Jagdwaffe muss mit der entsprechenden Optik eingeschossen werden um eine zweckentsprechende mittlere Treffpunktlage herzustellen. Eine mögliche systematische Verlagerung des Mittleren Treffpunktes wird so erkannt und muss bei der Benutzung der Geräte angewendet werden. Der perfekte Treffersitz im Dunklen setzt voraus, dass Montage, Bedienung und Trefferlage im Hellen trainiert wurden. Das Einschiessen und Übungsschießen fällt unter die berechtigte Nutzung zur Jagd.
  • Die waffenmontierbaren Geräte unterliegen unmontiert keinen Aufbewahrungsvorschriften. Sind die Geräte waffenmontiert, wird die Kombination zum (für den Nichtjäger) verbotenen Gegenstand. Die Aufbewahrung des waffenmontierten Gerätes hat in einem Schrank der Stufe 0 nach DIN/EN 1143-1 zu erfolgen. Der Bestandsschutz nach § 36 IV WaffG für A- und B-Schränke gilt für die Kombination nicht, sondern lediglich für die Waffe alleine.
  • Jagdliche Grenzgänger müssen die Rechtslage an ihrem Wohnsitz und am jeweiligen Jagdort beachten. Da sich die Verfügung ausschließlich auf Rheinland-Pfalz bezieht, berechtigt sie nur zur Jagd mit montierter Optronik in Rheinland-Pfalz. Die bekannten Vorschriften zum Transport von Waffen gelten auch  mit waffenmontierten Optronik. Jäger mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, die in einem anderen Bundesland jagen, müssen sich an die am Jagdort geltenden jagdlichen Vorschriften orientieren.

Impulse zum Einsatz

Nachtsichtgeräte erlauben ein Sehen ähnlich wie am Tag, jedoch zweifarbig. Ansprechen aus kurzer Distanz ist sehr präzise möglich. Steht Wild an der Waldkante und ist teilweise durch Blätter verdeckt – quasi im „Blätterschatten“ – ist das Entdecken gleich schwierig wie am Tag. Das Anstrahlen des Wildes mit einer Taschenlampe, die sichtbares oder unsichtbares Licht abstrahlt, erleichtert das Ansprechen deutlich. Die Wellenlänge des unsichtbaren Lichtes muss dabei auf die verstärkbaren Wellenlängen des Nachtsichtgerätes abgestimmt sein.

Wärmebildgeräte sind von Licht und Schatten unabhängig, da sie die abgestrahlte Wärme abbilden. Steht Wild an der Waldkante und ist teilweise durch Blätter verdeckt, ist der nicht verdeckte Teil des Wildes klar zu detektieren. Aufgrund der Auflösung der Geräte ist ein Ansprechen nur aus kurzer Distanz möglich. Das Detektieren der Wildart auf weitere Entfernung ist relativ sicher über dessen Bewegungsmuster möglich.

Je nach Gerätetyp und Anwendungsdauer ist die Stromversorgung recht schnell erschöpft. Hat das Gerät einen entsprechenden Anschluss, kann eine Powerbank im Rucksack und ein entsprechendes Verbindungskabel die Einsatzdauer erheblich verlängern.

Bei konkreten Schwarzwildschäden ist es sinnvoll, den Jagddruck von der Schadstelle in die Fläche aufzubauen. So wird die Strecke erhöht und die Vergrämung als Mitnahmeeffekt wirksam.

Bei Revieren mit langen Blickachsen ist es zweckmäßig, das Gelände zunächst mit der Wärmebildoptik abzusuchen, die erkannten Rotten anzugehen um sie dann aus der Nähe sauber anzusprechen und zu erlegen. Bei freier Sicht auf die Fläche ist das Aufspüren der Rotten mit Wärmebildgeräten auch über Entfernungen von einem Kilometer problemlos möglich.

Wie bei jeder Optik bewirkt jedes Medium in der Sichtachse, das zur Lichtstreuung oder -brechung beiträgt, eine schlechtere Sehqualität. Bei Nebel, Regen, Staub, Hitzeflimmern ist die kleinstmögliche Vergrößerung, die zum Ansprechen benötigt wird, die Beste. Während bei Regen, Nebel und Staub die Sicht durch ein Nachtsichtgerät sehr schnell unmöglich wird, wird das Wärmebild verwischt.

Die regelmäßige Reinigung der Optik versteht sich von selbst.

Nicht montierte Wärmebildgeräte haben den netten Nebennutzen, auch bei Tag eine einwandfreie Darstellung abzuliefern. Sie lassen sich ausgezeichnet zur Kitzrettung benutzen. Dafür waren sie bereits vor der Freigabe ein legales und effektives Hilfsmittel. Die Darstellung ist am besten, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Wildkörper und Umgebung am höchsten ist, also am frühen Morgen. Den gleichen Effekt kann man zur Unterstützung bei Nachsuchen einsetzen, ersetzen können sie die Nachsuche nicht.

Geräte, bei denen die Montage rückbaubar ist, wären auch bei einem Widerruf der Verfügung genauso legal zur Beobachtung von Wild einzusetzen wie vor der Erlaubnis. Nicht waffenmontierbare Optronik unterliegt weder der waffenrechtlichen, noch der jagdrechtlichen Regelung.

Geräte, die eine Aufzeichnung auf Speicherkarten erlauben, sind eine in Ruhe auswertbare Informationsquelle über Rottenzusammensetzung, Wechsel, Bruchstellen und Nahrungswahl und so fort. Wichtig für die Nachsuche: Anschuss und Treffersitz sind für den Nachsucheführer zweifelsfrei aufgezeichnet.

Schlaf- und Familienentzug sind nur in Grenzen erträglich. Um die erweiterten Nachtsichtfähigkeiten in Strecke umzusetzen, sind mehr Jagende nötig als in den wenigen mondhellen Nächten bisher. Sind diese nicht verfügbar, verraucht die Wirkung der Technik nach der Neugierphase sehr schnell.

Die „getunte Nachtjagd“ wird vom Wild nicht unbemerkt bleiben. Nicht bejagte andere Wildarten werden gleichermaßen unter Jagddruck gesetzt. Es ist zu erwarten, dass die findigen Schwarzkittel neue Ausweichstrategien entwickeln. Die Störung durch Witterung und Geräusch des Jägers wird eine andere Priorität erhalten.

Wo geht’s hin?

Im Hinblick auf die Lernfähigkeit des Schwarzwildes wäre es zielführend, den „Taschenlampenerlass“ auf Geräte außerhalb des sichtbaren Spektrums zu erweitern. Der Zusammenhang zwischen Licht und Schuss wird so gar nicht erst geprägt. Die Pressemitteilung des BMEL zum Entwurf des neuen Bundesjagdgesetzes enthält Überlegungen zur Freigabe von dato verbotenen Nachtzielgeräten und Infrarotaufhellern. Wie die konkrete Umsetzung aussieht, muss abgewartet werden.

Es gibt Geräte, die sowohl restlichtverstärkend als auch bildwandelnd arbeiten (Fusion-Geräte) und diese Bilder überlagern können. Diesen Geräten gehört ohne große Zweifel die Zukunft. Derzeit ist die Jahrespacht eines Jagdrevieres allerdings meist billiger als diese Geräte. 

Die Digitalisierung der Optik führt zu immer leistungsfähigeren Systemen. Sie werden trotz hoher Auflösung kompakt bauen und gegenüber kombinierten Einzelgeräten eine besser abgestimmte Gesamtleistung abgeben. Bei entsprechender Tageslichttauglichkeit wird sich der Schwerpunkt von der konventionellen Optik zur Optronik verschieben.

Angekommen auf dem Boden der Tatsachen

Schwarzwild strecken setzt Ansitzen voraus. Sauberes Ansprechen vorausgesetzt, ersetzt aber auch diese Technik nicht den sauberen Treffersitz der Kugel. Das Training der Schießfertigkeiten und das Bewusstsein der eigenen Fähigkeiten und Grenzen sind und bleiben unabdingbare Voraussetzung zur Jagd.

Gesellschaftsjagden sind in Rheinland-Pfalz auch vor dem Hintergrund der 12. CoBeLVO grundsätzlich zulässig, ein Einzel-Antrag ist nicht erforderlich!

(Aus einer E-Mail der Obersten Jagdbehörde vom 5. November 2020)

Zur Durchführung der Gesellschaftsjagden in Zeiten der Coronapandemie hat das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Abstimmung mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten das in der Anlage befindliche Hygienekonzept erarbeitet. Dieses orientiert sich an den aktuellen rechtlichen Vorgaben für das Land Rheinland-Pfalz.

Gesellschaftsjagden sind in Rheinland-Pfalz nur unter Einhaltung des „Hygienekonzepts Jagd“ zulässig!

Bei diesen Gesellschaftsjagden handelt es sich um Ansammlungen von Personen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, für die kein Einzel-Antrag bei den Ordnungsbehörden erforderlich ist.

Für Gesellschaftsjagden im vorstehenden Sinne gelten daher keine Personenobergrenzen.   

Unmittelbar durch die Teilnahme an Gesellschaftsjagden oder auch zum Zwecke der Einzeljagd verursachte Übernachtungen gelten nicht als touristischer Reiseverkehr und sind unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig (§ 8 Abs. 1 Satz 2 CoBeLVO).

Bei der Planung und Durchführung solcher Jagden ist – neben den grundsätzlich einzuhaltenden organisatorischen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen – wichtigster Grundsatz die Reduzierung von Kontakten aller an der Jagd teilnehmenden Personen und die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Kontakten aller Jagdbeteiligten. Für die Einhaltung der Regelungen aufgrund der Coronapandemie trägt die Jagdleiterin oder der Jagdleiter Sorge. Selbstverständlich sind daneben alle weiteren, für den Jagdablauf relevanten Vorschriften einzuhalten.

Wegen der akuten Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest und der anstehenden Wiederbewaldungsmaßnahmen sind Gesellschaftsjagden weiterhin grundsätzlich erforderlich.

Afrikanische Schweinepest bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen

Wie einer Pressemitteilung des Landes Brandenburg zu entnehmen ist, wurde der Verdachtsfall der letzten Woche nun positiv bestätigt, somit gibt es in Deutschland den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest.

Einen Überblick über die räumliche Verteilung der Fälle von Afrikanischer Schweinepest im Grenzgebiet gibt die nachfolgende Karte.

Karte 15 km Umkreis plus polnische Fälle
Karte 15 km Umkreis plus polnische Fälle

Hunting4Future in 3 Minuten

(Ein Gastbeitrag von hunting4future.)

Wir haben versucht, Wesentliches in 3 Minuten darzustellen. Unser Ziel ist es, eine waldfreundliche Jagd zu unterstützen, so dass unser Wald wachsen und seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann – ein Anliegen, das die Zukunft von uns allen sichert. Deshalb darf „hunting for future“ durchaus wörtlich genommen werden.

Um einen Eindruck von hunting4future zu geben, haben wir ein 3-Minuten Video erstellt: hunting4future in 3 Minuten

Für Leute, die noch weniger Zeit haben, ist der 1-Minuten Teaser gedacht: hunting4future in 1 Minute

Weitere Infos gibt es auf der Homepage.

Weiter geht’s – mit Corona

Corona ist derzeit eines der wichtigen Themen – natürlich auch bei uns, und es wird uns noch eine ganze Zeit begleiten. Die Jagd können, wollen und müssen wir deswegen nicht vernachlässigen. Um die Schäden am Wald klar und deutlich zu erkennen, braucht man mittlerweile weder aus dem Auto auszusteigen, ein Fernglas zu benutzen oder eine forstliche Ausbildung genossen zu haben. Genauso wenig wie der Klimawandel die einzige Ursache ist, ist die Jagd das einzige Gegenmittel. Eine Änderung wird jedoch nur eintreten, wenn alle nach Ihren Möglichkeiten zu einer Änderung beitragen.

Zu einer Neugestaltung des Waldes ist die Jagd notwendiger denn je, damit die nachkommenden Baumbestände eine Chance haben, zum Wald zu wachsen. Ohne eine effiziente und effektive Jagd ist das Bemühen, stabile Wälder aufzubauen, von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Bei uns finden Sie Veranstaltungen rund um jagdliche Themen, die Sie auf diese Grundaufgabe der Jagd hin weiterbilden, beispielsweise zu den Aspekten Organisation von Bewegungsjagden, Teilnahme an Bewegungsjagden, Hundeausbildung und vielem mehr. Wir zeigen auch in konkreten Beispielrevieren, wie es denn aussieht, wenn man’s gut macht.

Einige wenige der zu Jahresbeginn geplanten Veranstaltungen haben wir terminlich schieben müssen. Die neuen Termine finden Sie ab sofort auf unserer Internetseite zur Ansicht oder im Jahreskalender zum Download.
Aufgrund der behördlichen Vorgaben kann eine Teilnahme nur nach Anmeldung und unter den derzeit geltenden Hygieneregeln (Abstandsgebot, teilweise Maskenpflicht, …) erfolgen. Letztendlich entstehen keine gravierenden Einschränkungen; wir setzen sie aber konsequent um – es geht schließlich um Ihre Gesundheit.

Strategiepapier „Waldumbau, Wild und Jagd im Zeichen des Klimawandels“ – Ein Kommentar von Thomas Boschen

In einem von der Obersten Jagdbehörde in Rheinland-Pfalz initiierten umfangreichen Dialog- und Arbeitsprozess aller im Bereich Forst und Jagd zuständigen Institutionen und Interessensverbände zu der Frage eines zeitgemäßen Wildmanagements im Kontext der Klimawandelfolgen wurde ein  Strategiepapier „Waldumbau, Wild und Jagd im Zeichen des Klimawandels“ formuliert. Beteiligt an dem Papier waren:  Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e. V., Fachgruppe Jagdgenossenschaft im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V., BUND Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Bund Deutscher Forstleute e. V. Landesverband Rheinland-Pfalz, Gemeinde und Städtebund Rheinland-Pfalz e. V., Landesforsten Rheinland-Pfalz, Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V., NABU Rheinland-Pfalz e. V., Oberste und Obere Jagdbehörde, Ökologischer Jagdverband Rheinland-Pfalz e. V., Städtetag Rheinland-Pfalz e. V., Verband der Berufsjäger Rheinland-Pfalz e. V. und der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz e. V.

Grundlage ist die gemeinsame Walderklärung „Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz“ von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Umweltministerin Ulrike Höfken sowie den Interessensvertretungen der Waldbesitzenden in Rheinland-Pfalz vom 11. Juni 2019.

In der Walderklärung wird festgehalten: „Grundvoraussetzung für den Aufbau klimaangepasster Wälder ist die Regulierung der Schalenwildbestände auf ein Niveau, das die natürliche Verjüngung der Hauptbaumarten ohne Schutzmaßnahmen ermöglicht. Die vorhandenen jagdrechtlichen Instrumentarien sind von Jagdrechtsinhabern, Jagdausübungsberechtigten und Jagdbehörden im Sinne dieser Zielsetzung konsequent anzuwenden.“

Dr. Jens Jacob, Chef der Forstabteilung im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz und Leiter der Landesforsten Rheinland-Pfalz formuliert in seinem Anschreiben zur Versendung des Strategiepapiers eindringlich: „ Die globale Klimakrise hat sich zu einer dramatischen Waldkrise entwickelt, die auch in den Wäldern von Rheinland-Pfalz mit voller Wucht angekommen ist. Perspektivisch stellt sich bei dieser Aufgabe überdies vielerorts die Frage nach dem Erhalt der Vegetationsform „Wald“ und damit die nach der Aufrechterhaltung der mit intakten Wäldern verbundenen vielfachen Ökosystemleistungen zum Nutzen für die heutige und für zukünftige Generationen. Ein Gebot der Erfordernisse ist zudem die proaktive Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Dabei steht die Einbringung von Baumarten im Vordergrund, die eine angemessene Resilienz gegenüber Dürren, Stürmen und hohen Temperaturen erwarten lassen.“

Die letzten Dürrejahre haben uns mit einer erschreckenden Rasanz verdeutlicht, wie labil unsere Ökosysteme auf den Klimawandel reagieren. In vielen Landesteilen von Deutschland sterben die Wälder flächig, Quellen und Flüsse versiegen. Für 2020 ist wieder ein heißer Sommer vorhergesagt, die Wälder werden also weiter sterben und die Wasservorräte werden weiter sinken. Dem letzten Zweifler muss jetzt klar sein, dass die Menschheit an einem Scheideweg steht und nur noch Taten zählen! Lippenbekenntnisse und Willensbekundungen reichen nicht mehr aus, um das Steuerrad herumzureißen. In vielen Bereichen können wir uns daher Kompromisse nicht mehr leisten – uns fehlt die Zeit!

Flächiges Absterben von Fichtenwäldern!
Flächiges Absterben von Fichtenwäldern!

Der ÖJV kämpft seit seiner Gründung in Bayern (1988) für angepasste Wildbestände. Schon vor über 30 Jahren hat er gemahnt, dass angesichts der dramatischen Entmischung durch überhöhte Wildbestände, die Wälder nicht mehr in der Lage sind, ihre wichtigen Schutzfunktionen dauerhaft zu übernehmen.  Nur wenn sich der Wald natürlich verjüngen und seine genetische Vielfalt nutzen kann, ist davon auszugehen, dass Wälder entstehen, die ihre wichtigen Schutzfunktionen weiter für den Menschen erfüllen. In vielen Wäldern müssen die Schalenwildbestände daher deutlich reduziert werden. Der Waldumbau ist ohne konsequente Jagd nicht möglich.

Wälder können Wasser nicht mehr halten. Flüsse und Bäche zeigen die Auswirkungen der Klimaerwärmung!
Wälder können Wasser nicht mehr halten. Flüsse und Bäche zeigen die Auswirkungen der Klimaerwärmung!

Der ÖJV hat in der Diskussion zum Strategiepapier auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass jagdliche Hemmnisse weiter abgebaut werden müssen. So halten wir es für erforderlich, dass das Überjagen von Hunden, der Abschuss von Hirschen in Freigebieten und die Jagdzeitenverordnung gesetzlich neu geregelt werden müssen. Jagdgesetzliche Änderungen wurden aber im Vornherein in der Diskussion ausgenommen, da der Koalitionsvertrag dies in der aktuellen Legislaturperiode  nicht vorsieht. Aufgrund der dramatischen Waldentwicklung halten wir diese Position für nicht haltbar und werden uns weiter für die angesprochenen Änderungen einsetzen. Ein großes Thema ist immer wieder die Verbesserung der Wildlebensräume, durch Anlage von Wildäsungsflächen etc.. Anhand dieser Diskussion wurde deutlich, dass immer noch der Glaube vorherrscht, dass man durch gezielte Hegemaßnahmen erreichen kann, dass Waldschäden verhindert werden. Wenn z.B. Streuostwiesen, extensive Mähwiesen oder Blühstreifen angelegt werden, ist diese Aufwertung aus Naturschutz-gründen sicherlich zu begrüßen. Gleichzeitig muss aber jede Erhöhung der Biotopkapazität einen angepassten Abschuss nach sich ziehen. Ansonsten können sich Lebensraumverbesserungen für den Wald nicht positiv auswirken. Als Beispiel sei hier das Lebensraumprojekt Osburg Saar angeführt, das trotz aller Maßnahmen zu keiner befriedigenden Lösung des Wald-/Wildproblems geführt hat.

Naturpark Bayerischer Wald nach Borkenkäferkalamität
Naturpark Bayerischer Wald nach Borkenkäferkalamität

Deutlich wird, dass viele noch nicht erkannt haben, dass es in vielen Bereichen zu einem flächigen Zusammenbruch von Wäldern kommen wird. Damit erhöhen sich zukünftig  Äsungsangebot und Deckung. Teilweise wird Holz nicht mehr aufgearbeitet, sodass sich Waldstrukturen bilden, die dem Wild entgegen kommen und eine Bejagung äußerst schwierig machen. Um den Fortbestand des Wildes braucht man sich daher unter diesen Gegebenheiten keine Sorgen machen, sondern eher wie man es erreichen kann, soviel Wild zu erlegen, um dem Wald von Morgen eine Chance zu geben.

Wir erhoffen uns daher auch von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft im Fachbereich Wildökologie jagdpraktische Tipps wie es gelingen kann, angepasste Wildbestände zu erreichen. Dabei halten wir den Ansatz den Jagddruck durch Nutzung der Aktivitätszeiten des Wildes und Abbau von Jagdhemmnissen deutlich zu verringern für zielführend. Naturnahe Wälder werden aufgrund des hohen Laubholzanteils mit Laubaustrieb kaum noch bejagbar sein. Die Vegetationszeiten haben sich durch den Klimawandel deutlich nach vorne verschoben.  Die Wälder werden früher undurchsichtig und geben dem Wild Schutz. Nur in den Aktivitätsphasen des Wildes können die Wildbestände effektiv reduziert werden. In dieser Zeit muss es möglich sein, alles Schalenwild mit Ausnahme von Alttieren und Ricken zu erlegen! Nach dem ersten Abschussintervall muss Jagdruhe im Wald herrschen! Der selbsterzeugte Jagddruck von Jägern durch permanente Jagd, macht Wild unsichtbar und erhöht den Aufwand Wild zu erlegen.

Ein landesweites Vegetationsgutachten ist notwendig, das sich nicht mehr alleine am Betriebsziel des Waldbesitzers ausrichtet. Es muss Aufschluss darüber geben, wie sich die natürliche Waldverjüngung entwickelt. Nur durch ein flächendeckendes und auf die Jagdbezirke abgestelltes Gutachten, können Aussagen gemacht werden, ob sich die Waldentwicklung positiv darstellt! Nur so lässt sich überprüfen, ob Maßnahmen gegriffen haben. Der Wald von Morgen entsteht jetzt und es wäre gegenüber nachfolgenden Generationen unverantwortlich, dass Schiff einfach treiben zu lassen ohne den eingeschlagenen Kurs periodisch zu überprüfen. Ein Vegetationsgutachten muss im Interesse aller Jäger liegen, da es letztendlich die Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft sicherstellt.

Der ÖJV hofft, dass es gelingt viele Jäger mitzunehmen und für die anstehenden Herausforderungen zu gewinnen. Im Strategiepapier werden viele Punkte angesprochen, die insgesamt ein jagdliches Umdenken erfordern. Revieregoismen müssen überwunden werden und Hegephilosophien in den Hintergrund treten. Der Vorstoß von Landesforsten innerhalb des Betriebes die Jagdzeit für das Schalenwild auf den 15. April vor-zuverlegen, hat leider zu Widerstand des Landesjagdverbandes geführt. Viele Forstamtsleiter haben auf Druck von Jagdpächtern, der Hegege-meinschaften und des Landesjagdverbandes von der  Schonzeitaufhebung keinen Gebrauch gemacht. Das zeigt Abhängigkeiten, die der dringend notwendigen Schalenwildreduktion konträr gegenüberstehen. Andererseits wurden über 170 Einzelanträge zur Schonzeitaufhebung bei der Oberen Jagdbehörde gestellt. Dies zeigt auch, dass der Landesjagdverband längst nicht die Meinung aller Jagdpraktiker vertritt. Positiv stimmen Beispiele, wo Jagdrechtsinhaber mit den Jägern zusammen Lösungen gefunden haben, um die jagdlichen Herausforderungen im Hinblick auf die Reduzierung der Schalenwildbestände zu meistern. Überall dort, wo sich die Jagdrechtsinhaber kümmern und ihre Verantwortung übernehmen, Waldbauziele mit der nötigen Konsequenz verfolgen und sich nicht von außen bevormunden lassen, wächst der Wald ohne Schutzmaßnahmen.

Die Eiche wird im zukünftigen Wald eine wichtige Rolle spielen. Die natürliche Verjüngung gelingt nur bei angepassten Wildbeständen.
Die Eiche wird im zukünftigen Wald eine wichtige Rolle spielen. Die natürliche Verjüngung gelingt nur bei angepassten Wildbeständen.

Es braucht zukünftig Jäger, die motiviert, jagd-handwerklich geschickt und professionell auf die Jagd gehen, um die notwendigen Abschüsse zu realisieren. Landesforsten wird mit gutem Beispiel voran gehen müssen! Das Forstpersonal ist gefordert die jagdlichen Aufgaben umzusetzen, um den Waldumbau zu gewährleisten.

Weißtannenverjüngung außer Zaun! Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt!
Weißtannenverjüngung außer Zaun! Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt!

Die Evaluierung des Strategiepapiers wird zeigen, ob die Maßnahmen gegriffen haben. Es wäre zu wünschen, dass sich jetzt alle Beteiligten in ihrem Bereich  dafür einsetzen, dass der zukünftige Wald wachsen kann und die vielen Gesprächskreise Erfolg zeigen. Der ÖJV wird unter anderem durch Fortbildungen der Jäger, Schießkurse, Drückjagdseminare und der Hundeausbildung versuchen dazu beizutragen.

Der Originaltext, auf den sich der oben stehende Kommentar bezieht, nachfolgend zum herunterladen:

Passend zum Artikel ein Video des ÖJV Bayern!

Allgemeinverfügung der Zentralstelle der Forstverwaltung zur Erlegung von Schwarzwild unter Verwendung von Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsätzen

Die Allgemeinverfügung der Zentralstelle der Forstverwaltung (obere Jagdbehörde) zur Erlegung von Schwarzwild unter Verwendung von Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsätzen wurde am 22. Juni 2020 im Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz veröffentlicht.

Dazu passend ist ein Merkblatt des Bundeskriminalamtes erschienen.

Beide Dokumente werden nachfolgend zur Verfügung gestellt und können heruntergeladen werden.

Corona und die Folgen

Aufgrund der derzeit grassierenden Infektionswelle setzen wir alle geplanten Veranstaltungen aus.

Derzeit ist nicht abzusehen, wann und wo die Veranstaltungen weitergeführt werden. Die zu Veranstaltungen gemeldeten Teilnehmer erhalten vom Veranstaltungsleiter Informationen zum Fortschritt der Veranstaltungen, sobald Planen wieder möglich wird. Wir bitten um Geduld und Verständnis.

Alle anderen Interessenten bitten wir, immer mal wieder reinzuschauen. Wir veröffentlichen einen neuen Kalender, sobald Planen wieder möglich wird.

Bis dahin wünschen wir Ihnen eine gute Zeit. Bleiben Sie gesund.

Wald und Wild im Klimawandel

Der Klimawandel ist flächendeckend in Deutschland angekommen. Nicht nur flachwurzelnde Fichten, sondern auch standortheimische Laubbäume, vor allem Buchen leiden unter Wassermangel und Hitze. Großflächig absterbende Bestände zeugen von der dramatischen Entwicklung.

Förster und private Waldbauern stehen vor einer Jahrhundertaufgabe. Was ist zu tun, welche Baumarten können langfristig (100-300 Jahre) den Wetterextremen trotzen? Die Antwort kann nur lauten: gemischte Bestände aus einheimischen Baumarten ggf. ergänzt mit ausgewählten Fremdländern, die an Trockenheit und Hitze angepasst sind. Beispielsweise sind Eichen, Hainbuchen, Weißtannen, Ulmen und Elsbeeren das Mittel der Wahl. Eine Wiederbewaldung ist unumgänglich.

Das Problem: alle diese Baumarten gehören zum bevorzugten Nahrungsspektrum der wiederkäuenden Schalenwildarten wie Reh und Hirsch und in Rheinland-Pfalz gibt es davon mehr als je zuvor. Wälder mit angepassten Wildbeständen sind Mangelware. Auf vielen Flächen leben darüber hinaus illegal ausgesetzte Bestände von Muffel- und Damwild, die die Situation zusätzlich verschärfen.

Ein in die Zukunft gerichteter, naturnaher Wald braucht angepasste Wildbestände und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Und jetzt kommen die Jäger ins Spiel, von denen sich bisher zu viele eher als Heger des Wildes und starker Trophäen sehen, denn als Dienstleister der Waldbesitzer zum Wohle des Waldes. Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Plastikhüllen für Einzelpflanzen sind extrem teuer, übersteigen oftmals die Jagdpacht, belasten den Steuerzahler, wirken lediglich punktuell und sind nur eine kurzfristige Krücke, die die Situation in den nicht geschützten Bereichen nur noch verschärfen.

Daher fordert der Ökologische Jagdverband Rheinland-Pfalz:

1. Absenkung der Schalenwildbestände, um den dringenden Waldumbau ohne Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.

2. Abschuss von Rot- Muffel- und Damwild außerhalb der Bewirtschaftungsbezirke.

3. Keine Förderung von Schutzmaßnahmen gegen Wild.

4. Jagdgesetzliche Änderungen z. B. betreffs Rotwildhegegemeinschaften und überjagender Hunde.

5. Einführung der permanenten Stichprobe im Staats- und Kommunalwald, zur Kontrolle der natürlichen Waldentwicklung.

6. Flächiges Vegetationsgutachten in Rheinland-Pfalz im dreijährigen Turnus zur Überprüfung der Verbiss- und Schälbelastung im Hinblick auf eine natürliche Waldentwicklung.